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Yamato-e

Yamato-e

Yamato-e bezeichnete in der Heian-Zeit Malereien, deren Themen japanische Landschaften oder der japanische Alltag waren. Yamato-e stand damit im Gegensatz zur Stilrichtung Kara-e, die Bilder umfasste, die entweder chinesische Landschaften oder Alltagssituationen darstellten oder in chinesischer Technik ausgeführt waren. Nach dem Zusammenbruch der Tang Dynastie im 10. Jahrhundert kam es während der Heian-Zeit zu einer Rückbesinnung auf typisch japanische Elemente. Generationen vorher war der chinesische Einfluß extrem dominant.

Unter anderem wurde in dieser Zeit „Kana“ (das japanische Schriftsystem) erfunden, was ein Aufblühen japanischer Literatur zur Folge hatte.

Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung der Yamato-e Malerei zu sehen. Die bis heute erhaltenen Yamato-e Werke der Heian-Zeit enthalten meistens buddhistische Motive. Sie waren auf Schiebetüren und Wandschirmen angebracht.

Die bekanntesten Maler waren Kose no Kanaoka und Kose no Oumi. Leider sind nur wenige ihrer Werke bis in die Gegenwart erhalten.

Ganz am Ende der Heian-Zeit wurde eine sehr bekannte und wertvolle Bildrolle, Das Genji-Monogatari geschaffen. Es ist das älteste Werk Japans in Form einer Bildrolle. Vermutlich malte Fujiwara no Takayoshi, ein Hofmaler, diese Bildrolle. Deswegen wird es gelegentlich „Takayoshi-Genji“ genannt.

Der Enkelsohn von Takayoshi, Kasuga no Tsunetaka wurde als Gon no Kami (eine Art Beamter) nach Tosa geschickt. Aus diesem Grund wird eine berühmte Schule der Yamato-e Richtung, die von Fujiwara no Takayoshi gegründet wurde, die Tosa-Schule genannt.

Seit der Kamakura-Zeit beschrieb der Begriff Yamato-e Malereien, die - im Gegensatz zu monochromen Tuschmalereien - viele Farben benutzten. Mit der Zen-Lehre, die sich ab der Kamakura-Zeit besonders stark verbreitete, fasste die chinesische Maltechnik dabei erneut Fuß in Japan.

Die zwei bekanntesten Schulen der Yamato-e Technik waren die Kano-Schule mit Kano Masanobu und seinem Sohn Kano Motonobu und natürlich die schon erwähnte Tosa-Schule, die bis zum Ende der Edo-Zeit in einem Rivalitätsverhältnis zur Kano-Schule stand.

In den Yamato-e der Tosa-Schule wurden besonders gern Alltagssituationen des Adels oder ruhmvolle Taten der Samurai dargestellt. Die Motive der Tuschmalerei (Sumi-e) dagegen waren auf religiöse Aspekte oder manchmal auch Landschaftsdarstellungen beschränkt. Einer der bekanntesten Maler der Tosa-Schule war Tosa Mitsuoki (1617-1691). In der Edo-Zeit zog die Kano-Schule mit ihrer großen Anzahl an Schülern die größte Aufmerksamkeit auf sich, und die Tosa-Schule hatte einen schweren Stand. Aber Tosa Mitsuoki arbeitete in Kyoto als Hofmaler für den Kaiser, und dort schuf er wertvolle und hochgeschätzte Werke. Damit setzte er einen Kontrapunkt zu den Werken der Kano-Schule. Mitsuokis Meisterwerk war die Genji-Monogatari Bildrolle.

 

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© Yumetabikoubou

Genji-Monogatari2

Eine Szene aus dem berühmten Genji Monogatari.

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