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Tokyo Matsuri

Die drei größten Matsuri in Tokyo

(1) Kanda-Fest

Das Fest stammt aus dem Kanda-Schrein. Der Kanda-Schrein, der im Jahr 730 aufgebaut wurde, ist einer der ältesten Schreine in Tokio. Ursprünglich lag er ganz in der Nähe des jetzigen Kaiserpalastes. Seit 940, als Taira no masakado (-940), der damals die Region um Tokio beherrschte, besiegt wurde, widerfuhren den Einwohnern Tokios hintereinander Missgeschicke und Unglücke. 1309 weihte ein Mönch die Seele von Taira no masakado zum Schutzgott Tokios und „schloss“ sie in den Kanda-Schrein ein.

Im Laufe der Zeit wurde auch dem Gott des Geschäftslebens dieser Schrein geweiht und der Kanda-Schrein zieht viele Geschäftsleute als Anbeter an.

Im Jahr 1603 wurde die Regierung von Tokugawa Ieyasu (1542-1616) dem ersten Schogun Tokugawas, in Tokio eröffnet und damit wurde die Wichtigkeit dieses Schreins größer. Tokugawa Ieyasu verehrte den Schrein und steuerte ihm ein Grundstück und Geld bei. 1616 wurde die Konstruktion dieses Schreins in die jetzige Position versetzt, die für eines besonders wichtige Richtung vom Edo-Schloss aus betrachtet gehalten wurde. Dadurch spielte der Kanda-Schrein eine wichtige Rolle als der Schutzgott Tokios.

Das Kanda-Fest wurde zuerst von Tokugawa Ieyasu veranstaltet. Damals nannte man das Fest „Tenka-Fest“. Tokugawa Ieyasu spendete genug Geld, um das Fest prächtig und in großem Ausmaß feiern zu können. Er sah das Fest als einen guten Anlass, seine Macht zu zeigen.

In der Edo-Zeit wurden 36 prunkvolle Festwägen gezogen und der jeweilige Shogun und seine Familie waren anwesend. In der Meiji-Zeit wurde die Zahl der Festwägen weniger um1889 wurde kein Festzug mehr gezogen, sondern an einem bestimmten Ort wurden die Wägen ausgestellt. Ein Grund dafür war der Mangel an Geld wegen der geschäftlichen Flaute und ein anderer Grund war das Hindernis von neu aufgebauten Leitungskabeln. Seit 1892 wird das Fest im Mai statt im September gefeiert um die Saison des Taifuns zu vermeiden. In der Taisho-Zeit (1912-1926) wurde der Stil des Festes total verändert, die Sänfte für die Götter von dem Schrein wurde von Anhängern getragen und sie marschierten damals etwa eine Woche lang. In der Showa-Zeit (1926-1989), wegen der Zunahme des Verkehrs, wurde die Dauer des Festes nach und nach verkürzt.

In der Gegenwart wird das Fest alle zwei Jahre am Samstag um den 15. Mai gefeiert. Im Jahr, wo das Kanda-Fest nicht stattfindet, wird das Sannou-Fest, das aus dem Hie-Schrein Tokios stammt, gefeiert. Bis Mitte der Edo-Zeit, etwa 1680 wurden die beiden Feste jährlich veranstaltet und es wurde für die beiden Festen gestattet, dass man die Festzüge bis in die Anlage des Edo-Schlosses hinein zog. Dafür musste die Regierung über eine große Menge Geld verfügen, deswegen werden die beide Feste alle zwei Jahre abwechselnd gefeiert. Die drei Sänften, die jeweils den Gott Daikokuten (Mahakala), den Gott Ebisu und den Schutzgott Taira no masakado tragen, wurden von Teilnehmern getragen. Die Träger starteten um 8:00 Uhr vom Schrein und um 16:00 Uhr kommen sie in Nihonbashi an, wo sich zusätzliche Sänften, die Festwägen und die verkleideten Teilnehmer anschließen. Um 19:00 Uhr erreicht der Festzug wieder den Schrein. Der nächste Termin für das Kanda-Fest ist erst 2009. 

 

(2) Das Sanno-Fest

Das Sanno-Fest stammt aus dem Hie-Schrein. Der Ursprung dieses Schreins ist nicht unbestritten. Im Allgemein wird 1478, als Ota Dokan (1432-1486), ein Samurai und Dichter, der Muromachi-Zeit, einen Schrein aus Kawagoe (Saitama-Präfektur) in die Anlage des Edo-Schlosses versetzte, als der Beginn dieses Schreins betrachtet. Im Jahr 1478, aus Anlass des Aufbaus des Edo-Schlosses, bedurfte man eines Gottes, der für die Sicherheit des Schlosses sorgte. 1590 zog Tokugawa Ieyasu in dieses Schloss um, seitdem war das Schloss etwa 300 Jahre lang der Wohnort der Tokugawas. Damit wurde der Sanno-Schrein, den Ota Dokan auf der Schlossanlage errichtet, zum Schutzgott des Edo-Schlosses und gleichzeitig der Tokugawa Familie. 1604 versetzte der zweite Tokugawa-Shogun, Hidetada den Schrein außerhalb des Schlosses, um auch den Bürgern die Gelegenheit zu geben, den Schutzgott der Tokugawa Familie anzubeten. 1657 wurde das damalige Schreingebäude durch einen Brand zerstört und 2 Jahre später, im Jahr 1659, wurde er von dem vierten Tokugawa-Shogun, Ietsuna am jetzigen Ort neu aufgebaut. Während der Herrschaft der Tokugawas wurde der Hie-Schrein als der wichtigste Schrein betrachtet und alle Tokugawa-Angehörige statteten dem Schrein im Januar und Juni jeden Jahres einen offiziellen Besuch ab.

Das Sanno-Fest hatte in der Edo-Zeit seine Blütezeit. Anders als der Kanda-Schrein, welcher den Schutzgott der Stadt, also Tokios beherbergte, war der Hie-Schrein der Schutztepel des Edo-Schlosses; deswegen konnte man für das Sanno-Fest über ein großes Budget verfügen, das die Tokugawa Familie großzügig zur Verfügung stellte. Damals wurden drei Sänften und etwa 60 Festzüge getragen und das Fest wurde viel verschwenderischer als jetzt gefeiert. Ende der Edo-Zeit, um 1842, wurde ein Gesetz erlassen, das die Bürger zum Sparen zwang. Durch das Gesetz wurde der Spendenbetrag für das Fest der Tokugawa Familie verkleinert. Anfang der Meiji-Zeit, 1868, gestattete der Meiji-Kaiser, dass man im Hie-Schrein weiter das kaiserliche Fest abhielt. Das Sanno-Fest wurde also weiterhin gefeiert, auch wenn es mit dem Fest der Edo-Zeit nicht mehr zu vergleichen war. Wegen der Drahtleitungen für die Straßenbahnen fand seit 1890 kein Festzug mehr statt. In der Gegenwart findet das Sanno-Fest alle zwei Jahren mit dem Kanda-Fest abwechselnd statt.

Der Höhepunkt des Festes ist der Festzug am 15. Juni: Zwei kaiserliche Fahrzeuge, die mit goldenem Phönix verziert sind, eine Schreinsänfte und drei Festwagen stellen den Hauptteil des Zuges dar, sie haben etwa 500 Teilnehmer, die sich in historische Trachten hüllen, im Schlepptau. Die Länge des Festzuges beträgt über 300 Meter. Im Schrein wird ein shintoistischer Tanz, der „Hie-Tanz“, aufgeführt, um für den Frieden der Einwohner Tokios und für das Wohlergehen von Japan zu beten.

 

(3) Das Sanja-Fest

Das Fest stammt aus dem Asakusa-Schrein.

Der Ursprung dieses Schreins geht auf das Jahr 628 zurück. Am 18. März fischten zwei Brüder im Fluss Miyato (dem jetzigen Fluss Sumida) und fingen eine Kannon Statue, die etwa 5,5 Zentimeter groß war, in ihrem Netz. Die zwei Jungen brachten die Statue einem lokalen Kenner, Haji no nakamoto. Der Mann bewunderte die und erzählte den Brüdern welche Wohltaten diese Kannon-Statue erwies. Der Mann weihte dieser Kannon-Statue einen kleinen Tempel in seinem Anwesen. Diese Statue wird seit ihrer Entdeckung als der wichtigste Schatz geheim gehalten.

Eines Tages, nach dem Tod von Haji no nakamoto, hörte sein Sohn im Traum eine göttliche Offenbarung. Sie lautete: Man soll nicht nur die Kannon-Statue anbeten, sondern auch die drei Personen, die sich für ihre Entdeckung und ihre Pflege einsetzten, vergöttern. Dadurch werden ihre Nachfahren und diese Gemeinde gedeihen.

645 wurde daher die Tempelanlage von dem Mönch, Shokai-Shonin, umgebaut und vergrößert. Aus diesem Anlass wurde der Tempel „Asakusa-Tempel“ genannt. Dabei wurden dieser Schrein drei Personen, den zwei Entdeckern der Statue (Hinokuma no hamanari, takanari) und Haji no nakamoto als Verkörperung von Göttern geweiht.

1868 wurde die Bestimmung erlassen, nach der der Buddhismus von dem Shintoismus deutlich zu trennen sei. Deshalb wurde der damalige Asakusa-Tempel in den Senso-ji Tempel und den Asakusa-Schrein aufgeteilt.

Die Geschichte des Sanja-Festes geht auf das Jahr 1312 zurück. Um die drei Götter (die zwei Entdecker und den Behüter) anzubeten, wurde ein Fest gefeiert. Damals bereitete man Schiff vor, um die Götter, die in einem Tempel am Flussufer schliefen, zu besuchen. Im Laufe der Zeit spielten Festzüge statt Schiffe die Hauptrolle des Festes. In der Edo-Zeit nahmen alle 18 Gemeindemitglieder am Fest teil, das damals alle zwei Jahre abgehalten wurde, und alle strengten sich an, den schönsten Festwagen zu schaffen. Am Ende des Festes wurden drei Sänften, die jeweils die drei Götter trugen, zum Flussufer getragen, dort in ein Schiff versetzt, bis Komagata (südlich vom Asakusa-Tempel) mit dem Schiff transportiert, dann weiter von den Trägern zum Tempel zurückgebracht.

Seitdem der Senso-ji Tempel und der Asakusa-Schrein getrennt worden waren, wird das Fest auch getrennt gefeiert. Der Hauptpunkt des Sanja-Festes ist der Marsch der Träger der Sänften. Die Sänften weren absichtlich schwankend getragen, um die Seele des Gottes, der drin sitzt, aufzuwecken. Man glaubt, gute Ernte und ein guter Fischfang werden dadurch hervorgerufen, und die Krankheiten werden vertrieben.

In der Gegenwart wird das Sanja-Fest am Samstag und Sonntag um den 18. Mai gefeiert. Für gewöhnlich besuchen etwa 1,5000,000 Zuschauer die Festivitäten. Der Festname „Sanja“ geht auf die drei Sänften zurück. („San“ heißt auf Japanisch „drei“.)

 

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© Yumetabikoubou

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