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Tokaido 31-40
Maisaka
Arai
Shirasuka
Futagawa
Yoshida
Goyu
Akasaka
Fujikawa
Okazaki
Chiriu

zu den Stationen 41-50

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© Yumetabikoubou

Nach 11 Kilometern

(31) Maisaka (2 Honjin, 28 Gasthäuser, 541 Wohnhäuser, 2475 Einwohner)

Von Hamamatsu bis zu Maisaka erstreckt sich der Weg eben und flach; und kurz vor der Station Maisaka gibt es eine über 700 Meter lange Kiefernallee. Diese Station liegt am Hamanako-See . 1498 wurde bei einem starken Erdbebens die Sandbank zwischen dem Hamanako-See und der Enshu-See zerstört. Seitdem ist der Hamanako-See teilweise mit der See verbunden. Diese Strecke musste man mit einem Schiff überwinden. Die Regierung ergriff viele Maßnahmen gegen die hohen Wellen der Ensyu-See. Ganz vorne im Bild ist eine Reihe von Pfählen zu sehen und daben sieht man ein kleines grünes Grundstück mit jungen Kiefern. Dies sind Beispiele für die Maßnahmen der Regierung. Die Fischer sind wahrscheinlich auf der „Jagd“ nach Venusmuscheln. Ein paar Fischer in diese Gegend leben auch heute noch davon. Die Berge im Bild existieren nicht und wurden von Hiroshige aus Gründen der Bildkomposition einfach hinzugefügt.

 

Nach 6 Kilometern

(32) Arai (3 Honjin, 26 Gasthäuser, 797 Wohnhäuser, 3474 Einwohner)

Die beiden prächtigen Schiffe, mit vielen Verzierungen und einem Familienwappen versehen, steuern auf die Station Arai zu. Arai war etwa 6 Kilometer von der Station Maisaka entfernt. Ein Hälfte der Strecke wurde durch Schutzmaßnahmen vor hohem Wellengang geschützt, die andere Hälfte jedoch noch nicht. Viele kleine Wellen im Vordergrund deuten das an. In der Station Arai gab es eine Grenzkontrollstelle, deren Strenge sehr berüchtigt war. Besonders streng war die Kontrolle gegenüber Frauen. Hier wurden Kontrolleurinnen eingesetzt die nur für weibliche Reisende zuständig waren. Die Frauen mussten ihre frisierten Haare auflösen und ihre körperlichen Eigenschaften wurden präzise überprüft. Alles wurde genauestens dokumentiert.

 

Nach 6,4 Kilometern

(33) Shirasuka (1Honjin, 27 Gasthäuser, 613 Wohnhäuser, 2704 Einwohner)

Eine große Gruppe Reisende, sehr wahrscheinlich ein angesehener Feudalherr und seine Gefolge, marschieren den Hang „Shiomi-zaka“ entlang. Die wundervolle Aussicht über die See von der Höhe dieses Hangs aus war unter den Reisenden bekannt. Im Jahr 1575 baute Tokugawa Ieyasu auf dem Gipfel des Hangs ein kleines Teehaus, von dessen Terrasse aus diese schöne Aussicht zu genießen war. Er bewirtete dort Oda Nobunaga, der seinen großen Feind, Takeda Katsuyori, bei der Schlacht in Nagashino vernichtet hatte. Weit entfernt vor der Küste sieht man ein paar Schiffe. Wahrscheinlich spannen die Fischer die Schleppnetze, weil seit der Edo-Zeit hier der Fischfang mit dem Schleppnetz blühte. Direkt am Strand sind fünf braune drei-eckige Objekte zu sehen. Dabei handelt es sich um Schleppnetze, die an langen Stangen zum Trocknen aufgehängt werden.

 

Nach 5,7 Kilometern

(34) Futagawa (1 Honjin, 38 Gasthäuser, 328 Wohnhäuser, 1468 Einwohner)

Im Bild sieht man die Landschaft „Saruga Baba“. Der Ort ist nur wenig entfernt von der Shirasuga Station. Daher ist die Station Futagawa nicht direkt gezeichnet. Auf der linken Seite gibt es ein Teehaus und ein Mann kauft etwas. Was er gerade kauft, ist die lokale süße Spezialität „Kashiwa-mochi“: Ein kleiner Reiskuchen mit süß gekochten Mungobohnen darin, der mit einem Eichenblatt umwickelt ist. Eiche heißt auf Japanisch „Kashiwa“. Vermutlich gefiel diese süße Spezialität Hiroshige sehr, weil er in der Szene „Futagawa“ immer dieses Teehaus malte. Die Frauen, die wahrscheinlich auf den Mann warten, sind blind und sie wandern überall in Japan umher und spielen Shamisen, um etwas Geld zu bekommen. In der Edo-Zeit konnten Blinde ein paar Privilegien genießen. Zum Beispiel konnten sie viel freier reisen. Die drei Frauen sind auch wahrscheinlich unterweg zur nächsten Station. Sie besuchen dort ein paar Gasthäuser, um Shamisen zu spielen. Sie bekommen als Gegenleistung manchmal ein Essen, manchmal einen kleinen Lohn.

 

Nach 6 Kilometern

(35) Yoshida (2 Honjin, 65 Gasthäuser, 1293 Wohnhäuser, 5277 Einwohner)

Seit 1869 wird der Ort „Toyohashi“ genannt. Das Schloss auf der rechten Seite ist das Yoshida-Schloss. Zwei Maurer streichen gerade die Wand weiß, einer blickt zum Marsch der Reisenden hinüber. Die Brücke, die den Fluss Toyo-kawa überspannt, heißt Toyokawa-bashi und sie ist etwa 216 Meter lang. Nicht weit weg von dieser Brücke liegt der Hafen Yoshida, wo man das Schiff zum Ise-Schrein nehmen kann. Der Ise-Schrein ist der wichtigste Schrein Japans, der auch als das Mausoleum für die japanischen Kaiser dient. Aus diesem Grund gab es in dieser Station auch immer viele Pilger.

 

Nach 10 Kilometern

(36) Goyu (4 Honjin, 62 Gasthäuser, 316 Wohnhäuser, 1298 Einwohner)

In der Mitte des Bildes sind zwei Männer zu sehen, die jeweils von einer Frau gezogen wird. Nach der Farbe des Himmels zu urteilen, sieht man dass es schon Abend ist, und die Frauen versuchen den Gast ins Gasthaus zu locken, wo sie arbeiten. Der Mann im Vordergrund verzerrt sein Gesicht, weil eine dicke Frau ihn gewaltsam zu sich zieht. Am Abend sind solche Szenen nicht selten. Die Reisenden speisen normalerweise solche Frauen einfach mit ein paar kurzen Bemerkungen ab. Zum Beispiel, „Ich übernachte immer im gleichen Gasthaus.“ Die Frauen erwidern darauf oft mit Erfindungen. Zum Beispiel, „Das Gasthaus, wo Sie immer übernachten, ist heute von einer großen Truppe eines Feudalherrn ganz belegt“, oder noch dramatischer, „Das Gasthaus ist vor einer Woche durch einen Brand zerstört worden“. In dem Gasthaus auf der rechten Seite, wäscht ein Mann seine Füße, bevor er das Zimmer betritt.

 

Nach 1,6 Kilometern

(37) Akasaka (3 Honjin, 62 Gasthäuser, 349 Wohnhäuser, 1304 Einwohner)

Im Bild kann man sehen, wie die Reisenden ihre Zeit im Gasthaus verbrachten. Auf der linken Seite kommt gerade ein Mann, ein Tuch auf seiner Schulter liegend, vom Bad zurück. Im Zimmer liegt ein anderer Mann rauchend auf dem Boden. Zwei Bedienstete bringen ein Tablett mit Abendessen. Hinter der Frau ist eine Laterne zu sehen. Nach der Art dieser Laterne zu urteilen, übernachtet auch ein Eilbote hier, der einen offiziellen Brief einem anderen Eilboten überließ. Die offiziellen Briefe wurden normalerweise nicht von einem Eilboten bis zum Ziel getragen, sondern von mehreren Eilboten, die jeweils nur für eine kurze Strecke zuständig waren. Auf der rechten Seite sind drei schminkende Frauen zu sehen. Sie arbeiten in diesem Gasthaus offiziell als Kellnerin oder Zimmermädchen, aber gleichzeitig auch als Huren, wenn es Nachfrage danach gibt.In der jetzigen Stadt Akasaka betreibt das Gasthaus, Ohashi-ya seit 1715 über viele Generationen hinweg immer noch sein Gewerbe. 

 

Nach 8,9 Kilometern

(38) Fujikawa (1 Honjin, 36 Gasthäuser, 302 Wohnhäuser, 1232 Einwohner)

Im Bild steht ein hölzerner Pfahl. Hier ist der Beginn der Station. In der Edo-Zeit, gab es in jeden Stationen 2 Grenzzeichen, eins am Eingang, das andere am Ausgang. Im Bild sind zwei Pferde, ein schwarzes und ein braunes, zu sehen. Sie sind mit länglich geschnittenen Papierstreifen verziert. Nach ihrem Schmuck zu urteilen, ist der Zug unterwegs von Edo nach Kyoto, um dem Kaiser diese zwei Pferde zum Geschenk zu machen. Weil der Zug ein offizieller Marsch ist, mussten die Beamten der Station im Voraus Bescheid bekommen. Sie begrüßen den Zug am Eingang der Station.

 

Nach 6,5 Kilometern

(39) Okazaki (3 Honjin, 112 Gasthäuser, 565 Wohnhäuser, 6494 Einwohner)

Hier sieht man eine lange hölzerne Brücke. Der Fluss, der Yahagi-gawa liegt ein wenig westlich entfernt von Okazaki. Nach einem Geschichtsbuch, das aus der Zeit Hiroshiges stammt, ist diese Brücke etwa 374 Meter lang und von 70 Pfählen gestützt. Das Geländer im Bild wird ganz schlicht gemalt, aber es war in Wirklichkeit mit sehr prächtige Schmuck verziert. Okazaki ist die Stadt, wo der erste Shogun der Tokugawas, Ieyasu, auf die Welt kam. Auf der rechten Seite, hinter der Brücke, steht ein stattliches Schloss. In dem Okazaki-Schloss ist Ieyasu geboren und aufgewachsen. Diese Stadt war auch eine der wichtigsten Stationen entlang der Tokaido-Strasse. Außer dass sie der Geburtsort Ieyasus war, herrschte eine sehr angesehene Familie hier: die Familie Matsudaira, Verwandte von Tokugawa. Die Regierung ergriff deswegen für diese Station spezielle Schutzmaßanahmen, um potentielle Feinde abzuwehren. Anders als in anderen Stationen, waren die Straßen im Ort labyrinthisch angelegt.

 

Nach 15,1 Kilometern

(40) Chiryu (1 Honjin, 35 Gasthäuser, 292 Wohnhäuser, 1620 Einwohner)

Im Bild sind viele Pferde zu sehen, die jeweils an einen Pfahl gebunden sindIm Vordergrund zwei Männer, die gerade ihre Pferde mit bringen. Bald wird hier eine Pferde-Versteigerung stattfinden. In der Edo-Zeit fand diese Versteigerung von 25. April bis 5. Mai statt. Unter einem großen Kieferbaum versammelten sich die Bauern und die Geschäftsleute und verhandeln miteinander über die Preise der Pferde. Der sanfte Hügel im Hintergrund existiert in Wirklichkeit nicht und in einem Bild, das Hiroshige später veröffentlichte, ist der Hügel auch nicht vorhanden.

 

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