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Tokaido 1-10
Nihombashi
Shinagawa
Kawasaki
Kanagawa
Hodogaya
Totsuka
Fujisawa
Hiratsuka
Oiso
Odawara

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© Yumetabikoubou

(1) Nihonbashi

Nihonbashi war sowohl der Startort der Tokaido-Straße als auch das Zentrum des Handels in Edo. Nihonbashi ist immer noch der Hauptpunkt Japans, von wo die Entfernung gemessen wird. Die Reisende machten sich morgens sehr früh auf den Weg: etwa 2 Uhr morgens im Sommer und um 4 Uhr morgens im Winter. Man wollte auf einer Tagesetappe so weit wie möglich kommen, um dadurch Übernachtungskosten zu sparen. Auf dem Bild ist das riesige hölzerne Tor gerade geöffnet worden und die Truppen eines Feudalherrn sind auf der Brücke zu sehen. Im Vordergrund kann man ein paar Händler erkennen, die Gemüse oder Fische in ihren Körben tragen. Die Nihonbashi Brücke wurde erst 1603 von Tokugawa Ieyasu gebaut. Die damalige Brücke war eine Holzbrücke, für die 583 Zelkoba-Zypressen verwendet wurden. Sie war 51 Meter lang, 7.9 Meter breit. Diese Brücke brannte zwischen 1657 und 1858 10 Mal ab, aber jedes Mal wurde eine neue Brücke errichtet. Die jetzige Brücke wurde im Jahr 1911 im Renaissance-Stil erbaut.

 

Nach 8 Kilometern

(2) Shinagawa (1 Honjin (Hauptgasthaus für Daimyos), 93 Gasthäuser, 1561 Wohnhäuser, 6890 Einwohner)

Shinagawa war die erste Station nach Nihonbashi. In der Edo-Zeit lag Shinagawa noch direkt am Meer, und es gab unzählige Gasthäuser, wo man übernachten konnte, außerdem eine Vielzahl von Teehäusern. Shinagawa war als Erholungsort sehr beliebt. Man konnte dort guten Fisch essen und eine schöne Aussicht auf das Meer genießen. Die Zimmer mit Seeblick (genau wie heute) waren sehr beliebt. In etwa 100 Gasthäusern arbeiteten etwa 1000 Frauen, die sich um ihre Kunden kümmerten. Sie waren gelichzeitig als Prostituierte tätig, deswegen war Shinagawa auch als Vergnügungsviertel sehr bekannt. Viele Familienangehörige kamen bis zur Shinagawa Station, um sich von den Reisenden zu verabschieden. Im Gegensatz zur ersten Szene in Nihonbashi, die die Spitze des Zuges darstellte hat Hiroshige hier in Shinagawa die Nachhut dargestellt.

 

Nach 10 Kilometern

(3) Kawasaki (2 Honjin, 72 Gasthäuser, 541 Wohnhäuser, 2433 Einwohner)

Der erste Fluss, der überquert werden musste, ist der Tamagawa. Auf der anderen Seite des Flusses liegt Kawasaki. Die Station Kawasaki wurde nachträglich errichtet. Zwischen Shinagawa und Kanagawa gab es keine Übernachtungsmöglichkeit und sowohl die Reisende als auch Pferde waren stark belastet. Früher gab es eine etwa 200 Meter lange Brücke über den Fluss. Aber sie wurde oft durch Hochwasser zerstört, dewegen gab es zwischen 1686 und 1704 keine Brücke mehr. Um den Fluß zu überqueren mussten die Reisenden in eine Fähre steigen. Historische Dokumente besagen, dass in der Fähre etwa 30 Passagiere Platz finden konnten. Sie wurde von einem Schiffer gesteuert. Die Passagiere waren nicht ausschließlich Tokaido-Reisende. Auch Leute, die den Tempe Kawasaki-Taishi besuchen wollten, benutzten sie. Zusätzlich zur Personenfähre gab es eine Transportfähre für die Pferde. Diese Fähre wurde von zwei Schiffern gelenkt, und vier Pferde konnten darin stehen.Die Station Kawasaki war nicht besonders groß, aber sie war eine sehr lebendige Station mit vielen Reisenden und Pilgern.Im Hintergrund ist der mit Schnee bedeckte Berg Fuji zu erkennen. In der Gegenwart ist es unmöglich, von Kawasaki aus den Berg Fuji zu sehen.

 

Nach 10 Kilometern

(4) Kanagawa (2 Honjin, 58 Gasthäuser, 1341 Wohnhäuser, 5793 Einwohner)

Die Station Kana-gawa war mit ihrem herrlichen Weitblick auf das Meer ein malerischer Ort. Deswegen war diese Station genau so wie Shinagawa ein beliebter Erholungsort. Die Szene zeigt ein paar Reisende, die einen steilen Hügel hinaufgehen.Der letzte und der vorletzte der Gruppe tragen jeweils eine Kiste, in der eine kleine Buddhastatue sitzt. Sie sind sehr wahrscheinlich Pilger. Vor den Teehäusern versuchen Frauen die Reisenden zur Teepause anzulocken. Im Hintergrund ist eine Sandbank zu sehen. Um diese Sandbank liegt Yokohama, und später wurde der jetzige Hafen Yokohamas dort eröffnet.

 

Nach 4,9 Kilometern

(5) Hodogaya (1 Honjin, 67 Gasthäuser, 558 Wohnhäuser, 2928 Einwohner)

Über den Fluss Katabira-gawa erreicht man Hodogaya. In dieser Station suchten viele Reisende ein Gasthaus, wo sie die erste Nacht verbrachten. Viele Gefolgsleute der Feudalherren übernachteten hier oder in der nächsten Station. Das Honjin hier, das Gasthaus, wo die Feudalherrn oder die hochrangigen Beamten übernachteten, war groß und prächtig.Der Mann, der sich auf Mitte der Brücke umsieht, ist ein wandernder Flötenspieler im Priestergewand. Er trägt seine Flöte an der Hüfte. Hinter ihm wird ein Samurai in einer Sänfte transportiert. Auf der anderen Seite des Flusses, am Zugang zur Brücke gibt es einen Laden. Nach den Schildern zu urteilen, handelt es sich um einen Soba (japanische Nudel) Laden, der damals sehr populär war.

 

Nach 8,9 Kilometern

(6) Totsuka (2 Honjin, 75 Gasthäuser, 613 Wohnhäuser, 2906 Einwohner)

Viele , die sich aus Edo auf den Weg machten, übernachteten hier in Totsuka. Während der Edo-Zeit war Totsuka ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum in diesem Gebiet. Auf der rechten Seite im Bild überspannt die Brücke, Ohashi (die große Brücke) den Fluss Kashio-gawa. Auf der Vorderseite ist ein Gasthaus mit dem Schild „Komeya“ zu sehen. Unter dem Dach hängen viele Holzplaketten mit den Namen der Stammgäste. Das Gasthaus schien sehr floriert zu haben. Vor dem Gasthaus steigt ein Reisender hastig vom Pferd ab. Will er vielleicht auf die Toilette? Der Reisende wird von einer Frau begrüßt.

 

Nach 8 Kilometern

(7) Fujisawa (1 Honjin, 45 Gasthäuser, 919 Wohnhäuser, 4089 Einwohner)

Das Torii-Tor ist der Eingang zum Enoshima-Benten, ein Tempel, der dem Gott der Musik geweiht wird. Vier blinde Männer mit Stöcken sind im Begriff, durch das Torii-Tor zu gehen, um den Tempel zu besuchen. Über der Brücke, Ogiri-Bashi ist ein bewaldeter Hügel zu sehen. In der Mitte des Hügels liegt ein weiterer Tempel, der Yogyo-ji Tempel. Dieser Tempel wurde im Jahr 1325 gegründet. Man erreicht nach 48 Treppen die große Tempelanlage, in der auch heute ein riesiger, über 660 Jahre alter Ginkobaum gedeiht. In der Nähe dieser Station gibt es noch ein paar wichtige, andere Tempel, deswegen waren alle Gasthäuser sehr gut von Pilgern besucht.

 

Nach 14 Kilometern

(8) Hiratsuka (1 Honjin, 54 Gasthäuser, 443 Wohnhäuser, 2114 Einwohner)

Diese Szene stellt den Weg zwischen Hiratsuka und der nächsten Station Oiso dar. In der Mitte des Bildes ist ein hoher und runder Berg zu sehen, der Koma-yama. Hinter ihm kann man den schneebedeckten Fuji ausmachen. Auf dem Weg gehen ein Eilbote und zwei Sänftenträger gerade vorbei. Der Eilbote nach Hiratsuka, die beiden Sänftenträger nach Oiso. Die Sänftenträger transportierten wahrscheinlich einen Gast nach Hiratsuka, aber sie konnten für den Rückweg keinen Kunden finden. Deshalb ist die Sänfte leer.

 

Nach 2,7 Kilometern

(9) Oiso (3 Honjin, 66 Gasthäuser, 676 Wohnhäuser, 3056 Einwohner)

Der halbe Berg, den man auf der rechten Seite sieht, ist der Koma-Yama, dessen volle Form in Hiratsuka zu sehen ist. Nach der Überlieferung gibt es auf diesem Berg eine Einsiedelei, die eine Frau erbaute. Diese Frau litt unter einer unglücklichen Liebe und nachdem ihr Liebster gestorben war, schloss sie sich in dieser Einsiedel ein, um für seine ewige Seligkeit zu beten. Sehr wahrscheinlich wählte Hiroshige wegen dieser Geschichte das regnerische Wetter für diese Station aus, um ihre Tränen durch den Regen zu symbolisieren. Hier in Oiso wurde 1885 das erste Strandbad Japans eröffnet.

 

Nach 16 Kilometern

(10) Odawara (4 Honjin, 95 Gasthäuser, 1542 Wohnhäuser, 5404 Einwohner)

Im Bild ist ein breiter Fluss, der Sakawa-gawa, zu sehen. Die Edo Regierung ließ zum eigenen Schutz keine Brücke über diesen Fluss errichten und auch der Fährenbetrieb war untersagt. Die Reisenden mussten Trägern bezahlen, um über den Fluss transportiert zu werden. Auf anderem Ufer wartet ein Mann, der auf einer einfachen Trage sitzt, auf seine Mitreisenden. Mitte des Flusses ist eine prächtige Sänfte zu sehen. Wahrscheinlich sitzt ein Feudalherr drin. Die Sänfte wird von vielen Trägern sorgfältig getragen. Am Ende werden zwei Männer jeweils auf der Schulter eines Trägers getragen. Es gab viele verschiedene Methoden, um über den Fluss zu gelangen. Die Transportmethode war abhängig vom Rang des Reisenden. Am Fuss des Berges liegt das Schloss Odaware. Die meisten Reisenden übernachteten hier am zweiten Abend. Die Menschen erholten sich und versuchten Kraft zu schöpfen für den anstehenden Hakone-Pass, die schwierigste Passage der ganzen Tokaido-Straße.

 

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