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Tohoku Matsuri

Feste in der Tohoku Region

 

(1) Das Tanabata-Matsuri oder Sternenfest

Tanabata ist ein bekanntes Fest, das am 7. Juli überall in Japan gefeiert wird. Ursprünglich kommt es aus China, wo man dieses Fest am fünften Tag des fünften Monats des Mondkalenders begeht. Das Sternenfest beruht auf einer berühmten Sage.

Die Sage

Orihime (Sternbild Wega) war dieser Sage nach die Tochter des Himmelgottes. Sie war eine sehr geschickte und fleißige Weberin. Als Orihime das heiratsfähige Alter erreichte, erwählte der Himmelsgott den emsigen Hirten Hikoboshi (Sternbild Altair) als ihren Ehrmann. Orihime und Hikoboshi verliebten sich so sehr ineinander, dass sie ganz vergaßen, ordentlich ihrer Arbeit nachzugehen. Darüber war der Himmelsgott so verärgert, dass er Hikoboshi auf die andere Seite des großen Flusses (Milchstraße) verbannte. Orihime wurde daraufhin so krank, dass sie nur noch weinen konnte. Der Himmelsgott erbarmte sich daher des Paares.Und einmal im Jahr, am 7. Juli, darf Orihime den Fluss überqueren, um sich mit Hikoboshi zu treffen.

An diesem Tag hoffen alle Kinder in Japan, dass es nicht zu sehr regnet. Denn sonst schwillt der Fluss zu stark an, und Orihime kann ihn nicht überqueren. Am Abend vor dem 7. Juli stellt man oft Bambusbäume auf. Man schreibt auf einen oder mehrere Zettel seine Wünsche und hängt diese Zettel an die Bambusbäume. Diese Tradition ist nur seit der Edo-Ära zu beobachten. In Japan wird der Bambusbaum traditionell als Wohnort der Seelen der Vorfahren betrachtet.

Tanabata in Sendai

Das bekannteste und prächtigste Tanabata-Fest in Japan findet in Sendai statt. Dort feiert man es einen Monat später, und zwar von 6. bis zum 8. August.

In Sendai gab es seit Alters her immer wieder Hungersnöte, verheerende Dürren oder Überschwemmungen. Als der bekannte Daimyo Masamune Date Ende des 16. Jahrhunderts in Sendai regierte, forderte er sein Volk auf, seine Wünsche auf Zettel zu schreiben und dafür zu beten, dass keine Hungersnot entstehe. Gleichzeitig förderte er unter der weiblichen Bevölkerung das Handwerk der Weberei, um ein weiteres Standbein zur Existenzsicherung zu haben. Und da Orihime ja eine Weberin war, erlangte das Tanabata-Matsuri eine große Popularität.

 

(2) Das Nebuta-Fest

Das Nebuta-Fest findet im Aomori, jährlich vom 2. bis 7. August statt. So genannte Nebuta-Feste werden auch in ein paar anderen Städten gefeiert, aber das Fest in Aomori ist das bekannteste. Es zieht jedes Jahr ca. 3,000,000 Besucher an. Im Jahr 1980 wurde das Nebuta-Fest in Aomori zum Nationalkulturerbe erlärt.

Der Ursprung dieses Feste ist nicht ganz eindeutig. Nach einer Ansicht, geht das Fest auf die Heian-Zeit zurück. Sakanoue no tamuramaro (758-811), ein Krieger der Heian-Zeit besiegte die Menschen, die in den nordöstlichen Provinzen wohnten und sich weigerten, von der damaligen Regierung beherrscht zu werden. Bei dem Kampf ließ Sakanoue no tamuramaro seine Truppen mit Musikinstrumenten wie Trommeln und Flöte und auch Tanzen die Gegner locken. 

Manche Kenner und Wissenschaftler sagen, aus dieser Musik und diesem Tanzen heraus entwickelte sich der Stil des Festes. Aber das Nebuta-Fest wird erst seit 1593 jährlich gefeiert und andere Kenner behaupten, dass es schon schwierig ist, den Ursprung in solch einem Geschehnis, das lange her war, zu suchen. Nach ihrer Meinung ist das Nebuta-Fest eine Art Reinigung der Seele. In bestimmten Provinzen werden unzählige Laternen zum Tanabata, auch um die Seelen zu reinigen aufgestellt. Die meisten Wissenschaftler pflichten dieser zweiten Theorie bei.

Für das Fest fangen viele Gruppen schon ein halbes Jahr vorher an, sich auf „Nebuta“ vorzubereiten. „Nebuta“, eine Art Festwagen, wird aus Holzbalken und Papier aufgebaut. Das Thema des Festwagens ist frei, also neben den japanischen oder chinesischen Göttern, den historischen Helden, den Rollen aus dem Kabuki-Theater gibt es Festwagen, die lokale Berühmtheiten verkörpern. Die Gruppen der Teilnehmer bestehen aus Leuten, die den Festwagen ziehen, den Leuten, die Musik spielen und den Leuten, die um den Festwagen tanzen. Diese Tänzer werden „Haneko“ genannt. Für die aktive Teilnahme an dem Nebuta-Fest wird keine bestimmte Bedingung gestellt. Alle werden willkommen geheißen, solange sie sich die richtige Tracht anziehen.

Am letzten Tag, am 7. August findet der Zug der Festwagen als Ausnahme tagsüber statt. Am Abend werden die Festwagen ins Meer gezogen, unter prächtigem Feuerwerk. Dieser Moment ist der Höhepunkt des Festes.

Der Festwagen-Umzug erinnert ein bisschen an das Gionfest. Womit man bestimmt nicht falsch liegt, denn die Kultur der Kaiserstadt wurde bis zu den nordöstlichen Provinzen transportiert.

1593 stellte eine Truppe von politischen Boten von Tsugaru (damaliges Aomori) Toyotomi Hideyoshi das Nebuta-Fest und ihre Wagen vor, um ihm damit Ehre zu erweisen. Danach wurde das Nebuta-Fest jährlich gefeiert. In der Edo-Zeit, während die Kultur der Bürgern immer mehr Fortscritte machte, wurde das Nebuta-Fest immer größer und prächtiger. 1873 wurde das Nebuta-Fest vom neuen Bürgermeister kurzfristig untersagt, da er die mächtig gewordenen Bürger fürchtete. 1882 fingen die Bürger das Fest heimlich wieder an zu feiern. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es wieder in großem Maßstab begangen, natürlich auch möglichst viele Touristen anzuziehen.

 

(3) Das Kanto-Fest

Das Kanto-Fest wird in Akita vom 3. bis 6. August gefeiert (bis 2000 fand es vom 4. bis 7. August statt).

In einer Reisebeschreibung, die 1789 erschien, wurde der Ursprung dieses Festes dargestellt. In der Mitte des 18. Jahrhunderts fing man an das Fest zu feiern, damals am 6 Juli, um Krankheiten zu vertreiben, welche die Menschen besonders im Sommer heimsuchten. Nach dieser Reisebeschreibung ist das Muster des Kanto-Festes unverändert geblieben. Nach einem anderen älteren Dokument wurde ein Fest mit ganz unterschiedlichem Stil im Sommer gefeiert. Dieses Fest hatte viel Ähnlichkeit mit dem Tanabata-Fest in Sendai.

Das jetzige Fest ist dem Wunsch auf eine reiche Ernte gewidmet. Dabei werden viele Laternen benutzt. Die einzelne Laterne verkörpert die Reisähre und die ganze Laternengruppe, die man trägt, symbolisiert den Reissack. Die Größe und das Gewicht der Laternengruppe werden je nach Träger festgelegt.

Erwachsene: Die Länge der Stange ist 12 Meter, die Anzahl der Laternen ist 46 (64x45) und das ganze Gewicht beträgt 50 Kilo Gramm.

Jungen (10 bis 15 Jahre): Die Länge der Stange ist 7 Meter, die Anzahl der Laternen 24 (48x36), das Gewicht ist 15 Kilo Gramm.

Kinder (unter 10 Jahren): Die Länge der Stange ist 5 Meter, die Anzahl der Laternen 24 (30x21) und das Gewicht ist 5 Kilo Gramm.

Die Waka-träger balancieren das Waka, die Laternengruppe, auf der Hand, der Stirn, auf der Schulter oder auf der Hüfte, je nach ihrer Erfahrung. Fast alle Gemeinden in der Akita-Präfektur finanzieren ein eigenes Waka und nehmen an dem Fest teil. Die Laternen werden immer noch nicht durch Elektrizität sondern mit Hilfe von Kerzen beleuchtet. Um die Schönheit der beleuchteten Laternen zur Geltung zu bringen, fängt das Kanto-Fest um 18:00 Uhr an, wenn es dunkel wird.

 

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© Yumetabikoubou

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