Bild2a
BuiltWithNOF
Todai-ji

Todai-ji Tempel

Der Todai-ji Tempel ist der bedeutendste Tempel der Stadt Nara. Er liegt im so genannten Nara-Park und ist der Haupttempel der Kegon-Schule. Der Todai-ji war ursprünglich der Haupttempel der damaligen Hauptstadt „Heijyo-kyo“, in dem man um Frieden, eine gute Ernte und das Gedeihen des Staates betete. Gleichzeitig war er eine wichtige Ausbildungsstätte für verschiedene buddhistische Lehren. In der Nara-Zeit (710-794) wurden dort die Lehrgebäude der sechs wichtigsten Schulen (Kegon-, Hossou-, Risshu-, Sanron-, Jyojitsu- und Kusya-Schule) unterrichtet und in der Heian-Zeit (794-1185) darüber hinaus auch die Shingon-Schule und die Tendai-Schule. Der Tempel besaß viele große Grundstücke und zahlreiche Mönchssoldaten. 

In dem ersten Jahr der Meiji-Zeit, 1868, wurde ein Gesetz erlassen, das zur Trennung von Buddhismus und Shintoismus führte. Im Zuge der Gesetzesumsetzung wurden alle Grundstücke des Todaiji von der Regierung beschlagnahmt. Gleichzeitig durfte alle Tempel nur noch einer einzigen Schule angehören. Aus diesem Anlass wählte der Todai-ji Tempel die Kegon-Schule.

Im Jahr 728 erbaute Shomu Tenno (701-756) einen Tempel, um für den Frieden seines verstorbenen Sohnes zu beten. Shomu nannte den Tempel Kinsho-ji und er ließ 9 Mönche dort bewohnen. Im Jahr 740 wurde die erste Vorlesung in Japan über das Kegonsutra in Kinsho-ji von einem Mönch, der Roben (689-773) hieß, gehalten. 741 erließ Shomu ein kaiserliches Edikt, dass ein Tempel in jedem Bezirk erbaut werden sollte, um so für reiche Getreideernten und das Blühen des Staates zu beten. Aus diesem Anlass entschied sich Shomu, den Kinsho-ji Tempel zu dem Haupttempel des Bezirks, wo sich die damalige Hauptstadt „Heijyo-kyo“ befand, zu befördern. Der Kinsho-ji Tempel wurde zu Kinkomyo-ji Tempel umgetauft.

Shomu war einmal von einer überlebensgroßen Buddhastatue im Chishiki-ji Tempel beeindruckt und beschloss die Errichtung einer eigenen riesigen Statue in dem Haupttempel seines Bezirks. Er erließ im Jahr 743 ein kaiserliches Edikt, eine kolossale Statue zu erbauen. Man begann im Jahr 745 mit der Errichtung der Statue an Shomus provisorischem Regierungssitz Shigaraki (nördlich Naras), zu dem er aus der Hauptstadt Heijyo-kyo floh. Seitdem Shomu wieder nach Heijyo-kyo zurück gekehrt war, wurde die Errichtung der Statue auch in der Hauptstadt im Kinkomyo-ji Tempel fortgesetzt.

Im Jahr 747 begann der Guss der Statue. Das Projekt verschlang unglaublich viel Geld. Shomu berief den Mönch Gyoki (668-749) zum Projektleiter. Gyoki zog mit seinen Schülern bettelnd durch das Land, um das nötige Kapital einzusammeln. 750 wurde die Statue schließlich vollendet und 2 Jahre später wurde die Enthüllungsfeier begangen. Das Fest wurde von einem aus Indien stammenden Mönch, Bodhisena geleitet. Das Jahr 752 war das zwei-hundertjährige Jubiläum, seitdem der Buddhismus in Japan eingeführt worden war.

Den Dokumenten nach gab es im Jahr 748 eine besondere Behörde, deren Aufgabe ausschließlich die Statuenerrichtung war. Der Tempel wurde schließlich in den Todai-ji Tempel umbenannt (wörtlich übersetzt, Östlicher Großtempel).

Seit dem Bau des Todai-ji Tempel zählen Shomu, als der Auftraggeber, Gyoki als Spendensammler, Roben als Gründer und Bodhisena als der Leiter des wichtigsten Festes zu den vier Tempel-Heiligen.

855 verlor die Buddhastatue bei einem großen Erdbeben ihren Kopf, erwurde aber schnell wieder aufgesetzt. 1180 wurden die meisten Gebäude der Tempelanlage, inklusive der Buddhastatuen-Halle , von Taira no Shigemori und seinen Truppen zerstört. Taira no shigemori war der große Feind von Minamoto no Yoritomo.

Aber dank der unermüdlichen Anstregungen des Mönches Chogen (1121-1206) und der Unterstützung von Minamoto no Yoritomo wurde der Todai-ji Tempel in nur 4 Jahren wieder aufgebaut.

Die Sengoku-Zeit verschonte den Todai-ji Tempel auch nicht. Im Jahr 1567 wurde die Tempelanlage wieder einmal in einen Aschenhaufen verwandelt. Danach saß die Buddhastatue über 100 Jahre ohne Dach über dem Kopf in freier Natur allen Witterungen ausgesetzt. Erst in der Edo-Zeit (1603-1868), trat Kokei-Shonin (1648-1705), mit der Bitte um Unterstützung an die Regierung heran, den Todai-ji Tempel wieder aufzubauen. Kokei-Shonin reparierte die Buddhastatue mit Unterstützung des fünften Tokugawa Shogun Tsunayoshi und dem hohen Beamten Yanagisawa Yoshiyasu. Die Buddhastatue wurde im Jahr 1692 vollendet, und im Jahr 1709 wurde ihre Halle ebenfalls wieder aufgebaut.

Obwohl die neue Halle ein Drittel schmaler als der ursprüngliche Bau ist, macht sie immer noch einen imposanten Eindruck. Leider wurden der Hörsaal, der Speisesaal und zwei Türme nicht wieder aufgebaut und nur die Grundsteine sind zu sehen.

 

Das Nandaimon-Tor (großes Südtor)

Das ursprüngliche Tor fiel im Jahr 962 in einem Taifun zusammen. Danach wurde für einige Zeit kein Tor mehr errichtet. 1199 wurde das jetzige Tor dank der Bestrebung des Priesters Chogen wieder aufgebaut. Wie oben erwähnt wurde Chogen nach der Zerstörung vieler Gebäude durch Taira no Shigemori zum Leiter des Wiederaufbaus ernannt und er rekonstruierte mit Hilfe von Sammlungen die Tempelanlage. Chogen war dreimal in China gewesen, um seine buddhistische Ausbildung zu vervollkommnen. Dabei studierte er auch die chinesische buddhistische Architektur, die als „Tenjiku“ Stil oder „Daibutsu“ Stil bekannt war. Das Nandaimon-Tor ist das bekannteste und schönste Beispiel dafür. Bei diesem Stil werden oft lange horizontal gelegte Holzklötze, die Pfeile durchdringen, benutzt, damit den Eindruck zu erwecken, dass es sich um eine sehr feste und stabile Konstruktion handelt. Die Decke ist nicht mit Brettern verkleidet, um die Konstruktion deutlich hervortreten zu lassen.    Das Tor stützen 18 Säulen, die jeweils 19 Meter hoch sind. Mit der kunstvollen Dachkonstruktion wird das Nandaimon-Tor für eines der schönsten architektonischen Zeugnisse der Kamakura-Zeit gehalten. Mit seinen 29 Metern Breite ist das Tor eines der größten Japans.  In den Nischen des Tors bewachen zwei Götter den Tempel. Auf der rechten Seite vom Betrachter aus steht die Ungyo-Statue mit geschlossenem Mund und auf der linken Seite steht die Agyo-Statue mit dem Mund geöffnet. Sie sind beide ungefähr 8,4 Meter hoch und überragende Werke der Kei-Schule (Unkei und Kaikei).

 

Daibutsu-den (Grosse Buddha-Halle)

Wenn man durch das Nandaimon-Tor hereinkommt, befindet sich diese wuchtige Halle direkt vor einem. Die ursprüngliche Halle wurde im Jahr 751 auf Befehl des Shomu Tennos fertig gestellt. Sie war damals 86 Meter breit, 50.5 Meter tief und 57 Meter hoch. Nach den Urkunden, die zum Tempel gehören, stifteten etwa 420000 Menschen Geld und etwa 2180000 Handwerker und Zulieferer waren über die gesamte Bauzeit in irgendeiner Form an dem Bau beteiligt. Im Lauf der Zeit wurde der Daibutsu-den zweimal durch Brände zerstört.

Die jetzige Halle wurde 1709 nach 20-jähriger Bauzeit vollendet. Man vermutet, dass viele Handwerker aus Südchina zum Wiederaufbau beitrugen. Obwohl die neue Halle um ein Drittel kleiner als der originale Bau ist, ist sie das größte Holzgebäude der Welt. (Ihre Tiefe und Höhe bleibt dem Original treu aber ihre Breite ist jetzt nur noch 57,5 Meter.)

In einer Säule innerhalb der Halle befindet sich ein Loch. Die Größe des Lochs entspricht der Größe der Nase der Buddhastatue. Man sagt, wenn man durch das Loch durchschlüpft, bleibt man kerngesund. Ein Versuch lohnt sich.

Vor der Halle steht eine achteckige Lampe, die 4.5 Meter hoch ist. Ihr Reliefschmuck zeigt musizierende Bodhisattvas. Obwohl sie auch mehrmals renoviert wurde, stammt sie aus der Nara-Zeit.

 

Die gewaltige Buddhastatue ist etwa 15 Meter hoch und wiegt 500 Tonnen.

Die ursprüngliche Statue wurde 752 aus hunderten Tonnen geschmolzener Bronze, Quecksilber und Pflanzenwachs hergestellt. Durch Brände und Erdbeben verlor sie mehrmals den Kopf. Der derzeitige Kopf stammt aus dem Jahr 1692. Trotz häufiger Reparaturen strahlt sie auf ihrem Thron, der aus Lotosblättern besteht, eine ungeheure Ruhe und Kraft aus.

Zwei hölzerne Statuen, Niyorin Kannon Bosatsu=Cintamanicakra (Rechts, 1738) und Kokuzo Bosatsu=Akasagarbha (Links, 1752) flankieren die Buddhastatue.

 

Hokke-do (Halle des 3. Mondmonats)

Diese Halle ist eines der ältesten Gebäude auf der Tempelanlage. Dokumenten kann man entnehmen, dass der Bau auf den Urprungs-Tempel des Todai-ji Tempels, den Konshu-ji Tempel zurückgeht und damit schon 743 existierte.    Zwei Drittel der Halle, der linke Teil vom Betrachter aus, wo die Figuren jetzt ausgestellt sind, ist der originale Bau. Der rechte Teil der Halle, wo die Mönche Sutras rezitieren, stammt aus der Kamakura-Zeit (1199). In dieser Halle sind viele Figuren und Statuen zu sehen. Die 3.6 Meter große Zentralstatue ist Fukukensaku Kannon, umgeben von einem Mandala aus Begleitern und Wächterfiguren.

 

Nigatsu-do (Halle des 2. Mondmonats)

Diese in der Pfahlbauweise errichtete Halle wurde durch Brände mehrmals zerstört. Der jetzige Bau wurde im Jahr 1169 wieder aufgebaut. Hier befinden sich zwei Kannon-Statue, die je 11 Gesichter haben. Sie sind Touristen nicht zugänglich.

In dieser Halle werden die öffentlichen Exerzitien durchgeführt. Diese Exerzitien begann der Mönch Jichu, als die Buddhastatue eingeweiht wurde (752). Seitdem werden diese Exerzitien trotz der Zerstörung des Baus ohne einzige Unterbrechung bis heute weitergeführt. Diese Exerzitien sind als „Shunie“ oder „Omizutori“ bekannt.

Ab 1. März bis 14. März führen elf ausgewählte Mönche diese Exerzitien durch, als Asketen, die die Schuld aller Menschen auf sich nehmen. (Ursprünglich wurden diese Exerzitien im Februar durchgeführt.)

Während dieser Exerzitien dürfen die beteiligten Mönche gegen Mittag die einzige leichte Mahlzeit des Tages einnehmen, sonst dürfen sie tagsüber keinen Tropfen Flüssigkeit trinken.

Am 12. März, genauer gesagt um 1 Uhr morgens am 13. März gelangen diese Exerzitien zu hrem Höhepunkt. Die Mönche schöpfen das heilige Wasser aus dem Brunnen „Wakasai“, um es den zwei Kannons zu weihen. Nach der Legende quellt das heilige Wasser nur an einem Tag pro Jahr, und zwar am Morgen des 13. März. Das Wasser wird in zwei Töpfe gegossen und dient ein ganzes Jahr lang als Weihwasser. Das Wasser in dem einem Topf wird jedes Jahr gewechselt, das Wasser in dem anderen Topf wird jedes Jahr nachgegossen. Wenn die Mönche zum Brunnen gehen, halten sie eine Fackel, um den Weg zu finden. Diese Fackel wird ab dem 1. März jeden Abend angezündet.

Ab dem 12. März am Abend schwärmen unzählige Anhänger und Touristen zu Tempel, um die Exerzitien zu beobachten. Wenn man das miterleben möchte, soll man früh genug da sein. Um die ganz vorderen Plätze einzunehmen, benötigt man einen speziellen Erlaubnisschein, den kein Tourist erlangt. 

 

zurück

© Yumetabikoubou

Todaiji1_neu

Das Nandaimon-Tor

Daibutsu_halle1

Die Halle des großen Buddha

Daibutsu_Nara1

Der große Buddha

[Home] [Themen] [Kultur] [Geschichte] [Reisen] [Reiseziele] [Travelservice] [Service] [Kontakt] [Impressum]