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Teeweg

Die Teezeremonie

Geschichte

In dem dreibändigen chinesischen Buch, „Chakyo“, das um Jahr 760 geschrieben wurde, wurde zum ersten Mal Tee beschrieben. Der Überlieferung nach benutzten Chinesen seit etwa 5000 Jahren verschiedene Kräuter, Wurzeln und Pflanzen als eine Art Tee, um die Müdigkeit zu vertreiben und um mehr Energie zu bekommen. Tee wurde in Japan etwa Ende des 6. Jahrhunderts aus China eingeführt.

Zu jener Zeit wurden viele Beamte nach China geschickt, um die chinesische Kultur und den Buddhismus zu studieren. Dadurch wurden viele kulturelle Errungenschaften der Chinesen nach Japan importiert.

In der Nara-Zeit(710-784) wurde der Tee fast ausschließlich von buddhistischen Mönchen getrunken, aber nicht als Genußmittel, sondern als eine Art Medizin. Weil der Tee viel Vitamin C und Koffein enthält, half er den Mönchen bei der Meditation, um wach zu bleiben. Im 8. Jahrhundert ermunterte Kaiser Shomu (701-756) die Mönche allgemein zum Teetrinken. In der Heian-Zeit (794-1185) verbreitete sich das Teetrinken in der Adelsgesellschaft. Man trank Tee dabei hauptsächlich bei großen Festen.

Die allererste Teezeremonie in Japan wurde von dem Gründer der Tendai-shu-Schule, Saicho (767-822) durchgeführt. Er baute den Tee als erster in eigener Herstellung in Japan an.

In der Kamakura-Zeit (1185-1333) entwickelt sich die Kultur des Teetrinkens weiter. Als der Gründer der Rinzai-shu-Schule in Japan, Eisai (1141-1215) nach seinem Studium aus China zurückkam, brachte er Teebäume mit und er fing an, den Tee in Kyushu, wo er sein ersten Tempel gründete, anzubauen. Manche der heute noch existierenden Anpflanzungen von Uji in Kyoto gehen auf den Tee von Eisai zurück. Aus seinem Tee wurde damals der erste grüne Pulvertee (Matcha) hergestellt. Eisai schenkte seinen Tee dem damaligen Shogun, Minamoto Sanetomo, dem der Tee sehr gut gefiel. Schnell war der Tee auch in der Samurai-Klasse verbreitet. Die Samurai, die stets kampfbereit sein mussten, tranken den Tee gerne, um ihre Geist von den Alltagssorgen zu befreien.

Mit dem Fortschreiten der Teeanpflanzung wurde das Teetrinken immer populärer. Um das Jahr 1400 begannen immer mehr Bürger Tee zu trinken. In der Muromachi-Zeit wurde es unter den Adeligen Mode echte chinesische Teeutensilien zu kaufen, die damals sehr kostbar waren, und sie hielten mit diesen Gerätschaften oft Teezeremonien bei sich zu Hause ab.

Bei den Teezeremonien wurde ein Spiel namens „Tocha“ gespielt. Dabei musste man die Teearten oder die Herkunft des Teewassers erraten, und wenn man die richtige Antwort gab, gewann man Geld. Der achte Ashikaga Shogun, Yoshimasa lud viele Adelige zu sich ein und spielte in einem mittelgroßen oder kleinen Raum in seiner Residenz (der heute Ginkaku-Tempel) sehr oft dieses Spiel. Auch Yoshimasa sammelte viele wertvolle chinesische Teeutensilien, um seine finanzielle Macht vorzuführen. Angesichtes der Ausschweifungen von Yoshimasa versuchte der Teemeister, Murao Shuko (1423-1502), den ursprünglichen Teegeist wieder zu beleben.

Er unterstrich den Zen-buddhistischen Sinn der Teezeremonie und ermunterte alle, wieder zur früheren, spirituellen Form des Teetrinkens zurückzufinden. Shuko war ein Befürworter der schlichten Form der Teezeremonie, ohne Spiele und kostbare Teeutensilien. Darüber hinaus legte Shuko Wert auf die geistige Verbindung zwischen Gastgeber und seinen Gästen. Diese Art der Teezeremonie wurde „Wabicha“ genannt.

Als Nachfolger Shukos entwickelte Takeno Joo (1502-1555) diese Idee weiter.

Einer der Schüler von Takeno Joo, und gleichzeitig Berater des damaligen Shogun Toyotomi Hideyoshi, war Sen no Rikyu (1521-1591). Er vollendete am Ende der Muromachi-Zeit diese Art der Teezeremonie, den „Wabicha“. Nach seiner Meinung, hatten weder prächtige Teeutensilien noch die teuersten Teesorten Bedeutung.

Sen no Rikyu zog selber die ganz schlichten, unverzierten Teetassen, die in Japan hergestellt wurden, vor und seine Utensilien waren relativ preiswert. Sen no Rikyu verfolgte die Philosophie, dass man bei der Teezeremonie seinen Geist mit Harmonie, Respekt und Reinheit anfüllen soll. Er erinnerte die Leute daran, dass das Teetrinken ursprünglich eine Art geistiger Übung war. Damit wurde Sen no Rikyu der unbestrittene Großmeister des Tees und der Teezeremonie, und er übte auf alle Teemeister nach ihm einen großen Einfluss aus.

Der von ihm gegründete Stil wurde von Generation zu Generation weiter gegeben und wird auch heute noch in Japan gepflegt. Im Lauf der Zeit entwickelten sich zwei Schulen: Omote-Senke und Ura- Senke

© Yumetabikoubou

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Matcha: der Tee für die Teezeremonie

Der Ablauf einer Teezeremonie

Sen no Rikyu

Das Teehaus

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