Bild2a
BuiltWithNOF
Taika-Reform

Die Taika-Reform (645 n. Chr.)

Die Taika-Reformen (Grosse-Wende-Reformen) waren eine Reihe von Gesetzen die unter der Herrschaft von Tennō Kōtoku im Japan des Jahres 646, wenige Jahre nach dem Tode Shōtoku Taishis erlassen wurden. Die Reform stellte einen Wendepunkt in der japanischen Geschichte dar. Er kann als Startpunkt des japanischen Staatswesens betrachtet werden.

Das Ziel der Taika-Reformen war die Zentralisation des Reiches und die Stärkung der kaiserlichen Macht, welche notwendig geworden waren um die zahlreichen regionalen Fürsten und die neu dazu gewonnenen Ländereien unter die Kontrolle des Kaiserhofes zu bringen. Durch die Reformen wurde ein gesamtstaatliches, feudales System nach chinesischem Vorbild der Tang-Dynastie eingerichtet, das den Fürsten innerhalb ihrer Domänen weiterhin die Ausübung der Herrschaft in jeglicher Form gestattete.

Es vollzog sich in dieser Epoche eine Sinisierung der japanischen Kultur und Politik. Gleichzeitig wurde jedoch festlegt, dass sämtlicher Grund und Boden dem Tennō gehörte und den Fürsten nur zum Lehen gegeben waren, ebenso wie alle Fürsten dem Tennō unbedingte Ergebenheit schuldig waren.

Um sich die Zustimmung der Adelsfamilien Japans zu sichern wurde festgelegt, dass nur die Angehörigen des alten Hochadels Zugang zu hohen Posten in der neuen Verwaltungselite des Kaiserreiches haben würden. Eine weitere Folge der Taika-Reformen war die Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern in den Fürstentümern, die dadurch zu direkten Untertanen des Kaisers wurden.

Der neue Verwaltungsadel bezog seine Einkünfte nun nicht mehr aus eigenen Ländereien sondern als Besoldung durch den Kaiser, der dies wiederum durch das jetzt zentral organisierte Steueraufkommen des Reiches finanzierte.

Die wichtigsten Elemente der Taika-Reformen (Zusammenfassung)

  • Aller Grundbesitz und dessen Einwohner wurden der kaiserlichen Verwaltung direkt unterstellt. Privatbesitz wurde abgeschafft.
  • Das Staatsland wurde neu vermessen und an die Bauern verteilt, sie mussten dafür Steuern entrichten.
  • Eine neue Hauptstadt mit neuer Verwaltungsstruktur wurde errichtet.
  • Das Land wurde in 66 Provinzen eingeteilt.
  • Ein neues Straf- und Zivilrecht wurde abgefasst.

Mit der Sinisierung der Politik ging eine Sinisierung der Kultur Hand in Hand. Mitte des 6. Jahrhunderts wurde der Buddhismus nach Japan importiert. Durch Mönche wurden die chinesische Schrift und das chinesische Denken nach Japan eingeführt. Insbesondere der Konfuzianismus spielte eine zentrale Rolle.

Trotzdem gibt es Unterschiede zum chinesischen System. Insbesondere die Stellung des Kaisers wurde etwas anders interpretiert. Der chinesische Kaiser erhält seine Legitimation kraft eines himmlischen Mandats, das erworben werden kann aber auch verloren gehen kann. Im Gegensatz dazu bezieht der japanische Kaiser seine Legitimität aus seiner Abstammung von der Sonnengottheit Amaterasu. Das Kaiseramt ist daher innerhalb der kaiserlichen Familie nur vererbbar.

 

© Yumetabikoubou

Shotoku_Taishi

Shotoku Taishi hat im 7. Jahrhundert nach Chr. die erste japanische Verfassung ins Leben gerufen. Er gilt als Urvater der Taika-Reform

[Home] [Themen] [Kultur] [Geschichte] [Taika-Reform] [Nara] [Heian] [Kamakura] [Muromachi] [Azuchi] [Reisen] [Service] [Kontakt] [Impressum]