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Sen no Rikyu

Sen no Rikyu (1522-1591)

Sen no Rikyu ist die wichtigste Persönlichkeit für die Entwicklung der japanischen Teezeremonie.

1522 wurde er in der Handelsstadt von Sakai (heutiges Osaka) geboren. Sein Name in seiner Kindheit war Yoshiro. Bereits in jungen Jahren fing er an, die Teezeremonie zu studieren. Sein erster Lehrer war Kitamuki Dochin, der ihn in der Teezeremonie des traditionellen Stils unterrichtete. Später lernte er von Takeno Joo den neuen Stil kennen, der zu den kleinen strohgedeckten Teehütten passte. Takeo Joo war ein Mann mit einfachem Geschmack und kultiviertem, diszipliniertem Lebensstil. Sen No Rikyu wurde von ihm stark beeinflusst.

Auf den Vorschlag von Takeno Joo hin begann er, an der Zen-Übung am Daitoku-ji.Tempel teilzunehmen. Der Tempel Daitoku-ji hatte schon eine lange Zeit eine tiefe Verbindung zur Teezeremonie.

1580: Als der Fürst Oda Nobunaga (1534-1582) die Stadt Sakai unter seine direkte Kontrolle stellte, wurde Sen no Rikyu als der erste Teemeister in Dienst genommen. Nachdem Oda Nobunaga ermordet worden war, wurde Sen no Rikyu der oberste Teemeister von Toyotomi Hideyoshi, dem Nachfolger von Nobunaga. Hideyoshi setzte Nobunagas Eroberungspolitik fort und vereinigte Japan nach etwa zehn Jahren Bürgerkrieg. Ursprünglich war Rikyu nur für den Tee verantwortlich. Aber im Lauf der Zeit, durch häufige persönlichen Kontakte, die er während der Zeremonie mit Hideyoshi hatte, übte er auch in anderen Dingen, sogar politische Angelegenheit großen Einfluss auf Hideyoshi aus.

1585: Als Hideyoshi eine Teezeremonie am kaiserlichen Palast ausrichtete, wurde Rikyu von Kaiser Ogimachi der buddhistische Rang, Koji verliehen. Rikyu diente Nobunaga und Hideyoshi schon lange, aber Rikyu war immer noch ein einfacher Bürger. Zur Teezeremonie am kaiserlichen Palast hatte kein einfacher Bürger Zutritt. Für diese Teezeremonie aber brauchte Hideyoshi unbedingt seine Hilfe. Der Rang „Koji“ war ein Ehrentitel für eine sehr fromme Person, einen zuverlässigen Buddhisten, der aber noch kein Mönch war. Seit dieser Zeit war er als Rikyu Koji bekannt.

In den späteren Lebensjahren begründete und praktizierte Rikyu das Ideal des „Wabi-cha“. In Rikyus Sinne bedeutet „Wabi-cha“, dass man den stillen Geschmack, die Einheit, die Bäuerlichkeit und die Bescheidenheit in der Teezeremonie suchen soll. Er verzichtete auf Pracht, Übermaß, Luxus. Mit feinem Gespür wählte er aus Alltagsgegenständen die Dinge für den Gebrauch im Teeraum aus. Diese Abwendung von importierten chinesischen Utensilien, die bereits von Joo begonnen wurde, setzte also Rikyu fort. Rikyu instruierte auch den koreanischen Fliesenmacher Chojiro, eine neue Art Teeschalen herzustellen. Die Teeschalen in dieser Art sind heute als Raku-Yaki bekannt. Sie haben einen ganz einfachen Stil, in der Farbe rot oder schwarz.

Vier grundlegende Aspekte, die Rikyu in der Teezeremonie verfolgte, waren:

     Harmonie, Respekt, Reinheit, Stille.

1587: Im Oktober, als Hideyoshi am Kitano-Schrein eine große Teezeremonie abhielt, strengte sich Rikyu für Hideyoshi an, diese Teezeremonie vollendet zu leiten. Zu dieser Zeit hatten Hideyoshi und Rikyu eine ganz enge Beziehung. Bei dieser Teezeremonie ließ Hideyoshi Rikyu ein goldenes, mobiles Teehaus bauen, während Rikyu die von ihm bevorzugte einfache strohgedeckte Hütte nutzte.

Zur Überraschung aller beging Rikyu, auf Befehl des Fürsten Hideyoshi, in Jurakudai (der Residenz von Hideyoshi) in Sakai Seppuku (Harakiri). Rikyu war 70 Jahre alt. Hideyoshi befürchtete, dass sich die Schüler und die Anhänger von Rikyu seine Residenz belagern könnten, und so positionierte er seine Truppen um seine Residenz.. Später bedauerte Hideyoshi aber den Verlust solch einer großartigen Persönlichkeit sehr. Der Grund, warum Hideyoshi Rikyu Seppuku befahl, ist immer noch unklar. Es gibt mehrere Versionen, die zu erklären versuchen, warum es zur Entfremdung zwischen Hideyoshi und Rikyu kam.

1: Rikyu soll sich gegen den Koreafeldzug ausgesprochen haben. Damals entschied Hideyoshi, seine Truppen nach Korea zu entsenden und das Land zu erobern. Schließlich verlor Hideyoshi den Kampf und er starb im Jahr 1598 in Korea.

2: Rikyu soll vermeintlich ein Anhänger des Christentums gewesen sein. Damals kam die Teezeremonie in Kontakt mit christlichen Missionaren, die nach Sakai und Kyoto kamen. Rikyu unterrichtete tatsächlich solche Leute in der Teezeremonie. Und 3 von 7 Schülern Rikyus waren Christen. Aber es gibt keine Beweise, dass Rikyu sich zum Christentum bekehrt hatte.

3: Mönche des Daitoku-ji schufen ihrem Förderer Rikyu eine lebensgroße Statue. Diese Statue wurde in einem Obergeschoss eines Tempeltores platziert, durch das Hideyoshi hineinlaufen musste. Das soll Hideyoshis Stolz unheimlich verletzt haben.

4: Hideyoshi wollte eine Tochter von Rikyu als Konkubine nehmen. Aber Rikyu soll seinen Antrag abgelehnt haben.

5: Rikyu soll eine anderen Einstellung zur Teezeremonie als Hideyoshi gehabt haben. Die Teezeremonie 1587 war ein gutes Beispiel dafür, dass die beiden, Hideyoshi und Rikyu einen ganz unterschiedlichen Stil bevorzugten.

Am Vortag seines Todes schrieb Rikyu in seinem Tagebuch ein Gedicht. Es lautet:

„Ich bin 70 Jahre alt. Ich war lebenslang von dem Schwert, meinem Schwert im Besitz. Diese Zeit ist aber vorbei und ich werfe es himmelwärts hinauf.“

Im Jahr 1989 erschien in Japan ein Film, der vom Tod Sen no Rikyus handelt. Der deutsche Titel ist „Der Tod eines Teemeisters“.Der Film basiert auf dem Roman, den der japanische Autor, Yasushi Inoue, schrieb.

 

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© Yumetabikoubou

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Sen no Rikyu - Japans berühmtester Teemeister

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