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Nikko

Nikko

Nikko ist eine Stadt in der Präfektur Tochigi etwa 140 Kilometer nördlich von Tokio. In Nikko kann man die enge Verbindung von Shintoismus und Buddhismus auf sehr eindrückliche Art erleben.

Die älteste Religion in Japan ist der Shintoismus. Einer seiner zentralen Vorstellungen ist, dass Kami (Gott) alle Lebewesen erschuf und sie in ihrem Leben und nach dem Tod beherrscht. Gleichzeitig ist der Shintoismus eine Naturreligion. Man glaubt, dass in allen Arten von Dingen Götter wohnen können: in Bäumen, Steinen, Bergen, Tieren und manchmal auch Menschen wie dem Kaiser.

Der Buddhismus wurde erst im 6. Jahrhundert aus Indien über China und Korea nach Japan importiert. Der Buddhismus verstand sich überraschend gut mit dem Shintoismus. Beide Glaubensrichtungen konnten gut nebeneinander existieren. Nikko ist ein hervorragendes Beispiel für die eigentümliche Verschmelzung von Shintoismus umd Buddhismus. Man ging zum Beispiel davon aus, dass Buddha auch in der Gestalt von Shinto-Gottheiten (Gonge) die Menschheit zu erlösen versucht. So haben Tempel in Nikko auch die Funktion als Schreine und umgekehrt. Und manchmal teilen ein Tempel und ein Schrein das gleiche Areal.

Die Gründung Nikkos

Im Jahr 766 erreichten der buddhistische Mönch Shodo-Shonin (735-817) zusammen mit einigen Schülern den göttlich verehrten Berg, Nikko-san. Shodo-Shonin und seine Begleiter wollten den Berg besteigen, um einen geeigneten Platz für ihre Exerzitien zu finden. Aber am Fuss des Bergs gab es einen reissenden Fluss, den Daiya-Fluss , und der hinderte sie am Weitergehen. Doch überraschend tauchte ein eigentümlicher Gott mit einem Schädel am Hals auf, er stellte sich als Jinya-daio vor. Er zauberte auf der Stelle zwei Riesenschlangen herbei, die den Fluss überspannten. Dank der zwei Riesenschlangen konnten Shodo-Shonin und seine Schüler den Fluss nun überqueren.

Als Dank für die göttliche Hilfe ließ Shodo-Shonin einen kleinen Schrein um den Senju-Kannon (tausendhändige Kannon) erbauen. Der Schrein wurde Shihonryu-ji genannt. Er ist der Ursprung des Rinno-ji Tempels.

Im Jahr 767 erbaute Shodo-Shonin einen weiteren Schrein, um ihn dem Gott des Nantai-san (Berg Nantai) zu weihen. Der Nantai-san liegt etwa 40 Minuten per Bus hinter dem Nikko-san. Der Schrein hieß Hongu-ji. Er ist der Ursprung des Futarasan-Schreins.

Im Jahr 782 nach zahlreichen vergeblichen Versuchen bestieg Shodo-Shonin erfolgreich den heiligen Nantai-san (seine Höhe beträgt 2484 Meter). Zwei Jahre später baute er am Fuss des Nantai-sans er einen weiteren Schrein, er wird Tachiki-Kannon genannt. Im Winter kann man wegen des vielen Schnees den Nantai-san nicht besteigen, also baute er den Schrein als einen Ersatzplatz, von wo aus man mit Blick auf den Berg beten konnte. Der Tachiki-Kannon-Schrein liegt Chuzenji-ko, einem See unterhalb des Nantai-san. In diesem Schrein befindet sich eine wertvolle Kannonstatue, die der Sage nach von Shodo-Shonin aus einem einzigen Stück Holz geschnitzt worden sein soll.

Im Jahr 848 kam der buddhistische Mönch Ennin (794-864) nach Nikko und er baute auf dem Gelände von Nikko-san ein paar weitere buddhistischen Gebäude (Hondo, Yakushido). In der Kamakura-Zeit (1192-1333) gedieh Nikko-san, unterstützt von der Regierung und vielen erfolgreichen, einflussreichen Samurai.

In der Edo-Zeit (1603-1867), nachdem Tenkai (1536-1643) der Hauptpriester wurde, wurde das Gelände des Nikko-sans weiter entwickelt. Im Jahr 1616 nach dem Tod des Shoguns Ieyasu, setzte sich Tenkai dafür, die Vergötterung Ieyasus als „Gongen-sama“ in die Wege zu leiten. Im Jahr 1617 liess Tenkai ein Mausoleum für Ieyasu, den ersten Shogun des Tokugawaklans, errichten. Das Gebäude trug den Namen Tosho-sha.

Im Jahr 1634 baute der Shogun Tokugawa Iemitsu (1604-1651), ein Enkel Ieyasus, mit Unterstützung Tenkais ein neuen Schrein für das Mausoleum Ieyasus. Durch die Pracht dieses Schreins wollte er die Macht und den Wohlstand des Tokugawa-Klans demonstrieren. Auch für sich selbst errichtete Iemitsu 1653 ein Mausoleum , das Tayu-in. Seit dieser Zeit besuchten Iemitsu und seine Nachfolger oft Nikko, um dem Gott gewordenen Ieyasu zu huldigen.

Im Jahr 1645 durch kaiserliche Genehmigung wurde der Tosho-sha in Tosho-gu umbenannt, um damit die Zugehörigkeit zur kaiserlichen Familie zum Ausdruck zu bringen.

Bis zum Ende der Edo-Zeit bildeten der Futarasan-Schrein mit dem Rinno-ji Tempel und dem Tosho-gu eine große Tempelanlage, aber im Jahr 1868, dem ersten Jahr der Meiji-zeit, wurde die Trennung von Buddhismus und Shintoismus staatlich forciert.Im Jahr 1872 wurden der Futarasan-Schrein, der Rinno-ji Tempel und der Tosho-gu voneinander unabhängig.

Der Tosho-gu, der Futarasan-Schrein und der Rinno-ji Tempel sind im Jahr 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt worden.

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© Yumetabikoubou

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Shodo Shonin

Futarasan-Schrein

Tosho-gu

Rinno-ji

Chuzenjiko-See

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