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Nara

Die Nara-Zeit (710-794)

Die Nara-Zeit umfasst die Jahre von 710 bis 794. Die Durchsetzung der Taika-Reformen war von einer Vielzahl von Machtkämpfen begleitet. Schliesslich konnte die pro-chinesische Partei diesen Machtkampf für sich entscheiden.

Man gab die Sitte wechselnder Kaiserresidenzen auf und gründete in Nara 710 die Hauptstadt. Die Hauptstadt war nach dem Vorbild des chinesischen Chang'an (Xi'an) gebaut, der Hauptstadt der Tang-Dynastie. Nara hatte bald eine Bevölkerung von 200.000 Einwohnern. Zehntausende von Einwohnern hatten dabei Arbeitsplätze als Beamte bei der Regierung.

Die Nara-Zeit war von starkem wirtschaftlichem Aufschwung geprägt. Die Infrastruktur wurde ausgebaut. Straßen verbanden Nara mit den Provinzhauptstädten; Steuern wurden effizienter und regelmäßiger eingetrieben. Münzen wurden geprägt.

Der Buddhismus erlebte eine ausgesprochene Blütezeit. Der Buddhismus wurde gewissermaßen zur Staatsreligion. Überall im ganzen Land entstanden neue Tempel. In Nara wurde de gewaltige Todaiji-Tempel erbaut mit dem großen Buddha (Daibutsu), einer 16 m hohen vergoldeten Bronzestatue. Dieser Buddha wurde mit der Sonnengöttin identifiziert. Von diesem Zeitpunkt an kam es zunehmend zu einem Synkretismus zwischen Buddhismus und Shintōismus (Shinbutsu-Shūgō).

Der Kaiserhof begann seine Geschichte aufzuzeichnen, auch dies ganz nach dem Vorbild der dynastischen Geschichtsschriebungen in China. Und so entstanden die berühmten Werke Kojiki und Nihonshoki, zwei Klassiker der japanischen Geschichtsschreibung und Literatur. Obwohl der Einfluss Chinas ￿erall zu sp￿en war, entwickelten sich auch genuin japanische Werke. Das berühmteste ist eine Sammlung von 4400 Gedichten, das sogenannte Manyoshu

Mitte des 8. Jahrhunderts erodierte das in der Taika-Reform eingeführte Landverteilungssystem zusehends. Immer mehr ging die Ländereien in festen Grundbesitz über. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend: (1) Die Regierung versuchte sich die Loyalität von Beamten zu sichern, in dem sie ihnen vererbbares Land verlieh; (2) Durch Urbanisierung neu gewonnenes Land fiel nicht unter das Landverteilungssystem.

Es wurde also jetzt möglich, Grund als Privatbesitz zu erwerben. Das kaiserliche Staatsland ging also zurück. Zudem kam, dass auch die Ämter am Hof vererbbar waren. So entstand zum ersten Mal ein richtiger Hofadel. Das führte dazu, dass einige Familien an Machtfülle gewannen. Besonders die Familie Fujiwara gewann immer mehr an Macht und Einfluss, sie bestimmte ab Mitte des 9. Jahrhunderts, wer Kaiser wurde.

792 wurde die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und den Bezirksvorstehern wurde erlaubt, Privatarmeen für lokale polizeiliche Aufgaben zu unterhalten. Dies führte zu einem weiteren Kontrollverlust der Staatsmacht.

Schliesslich, um die Kontrolle in kaiserliche Hände zurück zu erlangen, wurde 784 die Hauptstadt nach Nagaoka und 794 nach Heian-kyō (Hauptstadt des Friedens und der Ruhe), ungefähr 26 km nördlich von Nara, verlegt. Im ausgehenden 11. Jahrhundert wurde diese Stadt gemeinhin Kyōto (Hauptstadt) genannt.

Der Hof in Nara führte aggressiv die chinesische Zivilisation ein, indem er alle 20 Jahre diplomatische Abgesandte an den Tang-Hof schickte. Viele japanische Gelehrte, sowohl Laien als auch buddhistische Priester, studierten in Chang'an und Luoyang. Ein Gelehrter namens Abe no Nakamaro bestand die staatliche Aufnahmeprüfung und bekam einen Regierungsposten in China. Er diente als Generalgouverneur in Annam bzw. Chinesisch-Vietnam von 761 bis 767. Vielen Gelehrten, die in die Heimat zurückkehrten, wurden hohe Regierungsämter angeboten, wie Kibi no Mabi. (aus Wikipedia)

 

© Yumetabikoubou

Todaiji

Todaiji Tempel in Nara

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