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Matsuo Basho

Matsuo Basho

Matsuo Basho wurde im 1644 in Iga-Ueno (heute Ueno-City in der Mie Präfektur) geboren.

Sein Vater Yozaemon und seine Mutter Ume lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft, aber seiner Familie wurde erlaubt, einen eigenen Familiennamen zu tragen. Dieses Recht wurde zu jener Zeit üblicher Weise nur privilegierten Ständen gewährt.

Ihr zweiter Sohn, Munefusa=Basho gilt als der eigentliche Begründer der japanischen Versform „Haiku“. Bis heute wird er als überragender Dichter angesehen. Munefusa diente in jungen Jahren Toda Yoshitada, dem Stammhalter des Samurai, der in Iga-Ueno regierte. Unter Todo Yoshitadas Einfluss, der sich intensiv mit Haiku-Gedichten beschäftigte, begann auch Munefusa sich für Haiku zu interessieren. Als Yoshitada mit 25 Jahren starb, verließ Munefusa seine Heimat und bildete sich in Kyoto im Verfassen von Haiku-Gedichten weiter.

1672 mit 29 Jahren verfasste er sein erstes Werk, „Kaiooi“, das er einem Schrein in seiner Heimat weihte. Drei Jahre später ging er nach Edo, mit der Absicht, das Schreiben von Haiku zu seinem Beruf zu machen. Er wohnte bei seinem Freund Sugiyama Sampu. 1680 zog er in eine Hütte in Fukagawa um. Zum Umzug schenkte ihm einer seiner Schüler den Setzling eines Bashos (Bananenbaum). Der Basho gedieh wunderbar in Munefusas Garten, und so nannte er seine Hütte „Basho-an“. Und später gab er sich „Basho“ als Pseudonym.

„Basho-an“ war stets gut von Schülern besucht. Das ermöglichte Basho ein erkleckliches Einkommen. Aber er befand sich dadurch auch in einem Dilemma. Er wollte sich natürlich sein Brot verdienen, aber er wollte auch Zeit für sich haben, um sich zu perfektionieren und um in Ruhe an Gedichten zu arbeiten. 1682 wurde Basho-an bei einem Großbrand in Edo zerstört. Das war der Beginn ausgedehnter Reisen Bashos. Durch diese Reisen versuchte er Abstand vom Alltagsleben zu gewinnen. In diesem Zeitraum verfasste er ein paar Reisetagebücher. Er zeichnete dabei Bilder, um seine kontemplative Poesie anzuregen. Die bekanntesten Werke sind „Nozarashi-Kiko“ („Verwittertes Skelett“), „Kashima-Kiko“ („Ein Besuch im Schrein von Kashima“), und „Sarashina-Nikki“ („Ein Besuch im Schrein von Sarashina“).

Basho, der auch die Zen-Lehre gut kannte, wollte durch seine Dichtkunst die Erleuchtung erlangen. Der Weg der Poesie sollte ihm dabei helfen. Um diesem Ziel näher zu kommen, reiste er 1689 mit einem seiner Schüler, Sora, nach Tohoku (das nördliche Japan). Das Tohokugebiet war damals noch nicht ganz unter staatlicher Verwaltung und ein fremdes Land für das japanische Volk, aus dem viele furcht erregende Legenden stammten. Der „Wilde Norden“ sozusagen. Aber nichts brachte Basho von der Reise nach Tohoku ab. Seine Eltern waren bereits verstorben, und er hatte keine Frau und kein Kind. Seine Reise dauerte etwa 150 Tage und zusammen mit Sora legte er eine Strecke von etwa 2400 Kilometern zurück. Nachdem sie die Reise in Mino (der heutigen Gifu Präfektur) beendet hatten, blieb Basho für eine Weile im westlichen Japan und erst 1691 kehrte er nach Edo zurück. Während dieser Reise verfasste Basho sein wohl berühmtetstes Werk, „Oku no Hosomichi“ („Die schmale Straße in den fernen Norden“). Im Jahr 1694 starb Basho auf einer Reise nach Osaka.

„Oku no Hosomichi“ hält man für ein Reise-Tagebuch, aber das Werk ist kein reines Reise-Tagebuch. Das erkennt man, wenn man es mit dem Tagebuch seines Wanderkollegen Sora vergleicht. Man findet ca. 80 unterschiedliche Eintragungen. „Oku no Hosomichi“ ist vielmehr ein literarisches Werk, das aus einer Mischung aus Erfahrungen und Fiktionen besteht. 

 

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© Yumetabikoubou

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