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Kiyomizudera

Kiyomizudera

Es gibt in Japan mehrere Tempel, die Kiyomizudera genannt werden. Deswegen nennt man den Kyomizudera in Kyoto manchmal auch Otowasan-Kiyomizudera. Der Name kommt daher, weil der Tempel am Otowa-Berg liegt, dem Otowasan.

Zusammen mit dem Koryuji (603) und dem Kuramadera (770) ist der Kiyomizudera einer der ältesten Tempel in Kyoto, er hat eine längere Geschichte als die Stadt selbst.

Der Legende nach suchte im Jahr 778 der Mönch Enchin nach einem heiligen Brunnen, von dem er eines Nachts geträumt hatte. Er fand den Brunnen am Otowasan bei einem buddhistischen Laienbruder, namens Gyoei, der sich schon seit ein paar Hundert Jahren in buddhistischen Exerzitien übte. Gyoei sagte, dass er nach Osten gehe und er vertraute Enchin den heiligen Brunnen an. Enchin schnitzte eine Kannon-Figur aus dem Baum, der direkt neben dem Brunnen stand und er stellte diese Figur in eine Einsiedelei auf, die er selber aufgebaut hatte. Diese Einsiedelei war der Ursprung des Kiyomizudera.

Im Jahr 780 begegnete Enchin am Otowasan einem hochrangigen Krieger. Der Krieger hieß Sakanoue no Tamuramaro (758-811); der suchte einen Hirsch; dessen Blut wollte sich Tamuramaro für seine kranke Frau verschaffen. Enchin belehrte Tamuramaro, dass einen lebenden Hirsch zu töten, egal auch aus welchem Grund, eine Sünde war. Der bekehrte Tamuramaro stiftete daraufhin sein eigenes Haus als den Ort, wo die Kannon-Figur aufzustellen war. Im Jahr 798 bauten Enchin und Tamuramaro das Hauptgebäude für die Kannon-Figur zusammen um und zwei weitere Figuren, einen Bishamon-ten und einen Shogun-jizo, wurden hinzugefügt. 805 bekam Tamuramaro vom Saga Kaiser zur Belohnung für seine Heldentaten bei einem Krieg ein großes Grundstück geschenkt. Nachdem Tamuramaro das Grundstück dem Kiyomizudera stiftete, wurde der Tempel durch den Saga Kaiser offiziell anerkannt.

Der Name, „Kiyomizudera“ bedeutet „Tempel des reinen Wassers“. Der Kiyomizudera ist einer der bekanntesten Tempel in Kyoto und er ist gleichzeitig eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten.

Wie die anderen berühmten Tempel gehörte der Kiyomizudera früher einer bestimmten Schule an, der Hosso-Schule. Er war lange Zeit dem Kofukuji unterstellt. Heute ist er von keiner Schule mehr abhängig und steht allen offen. Der Kiyomizudera wurde mehrmals nieder gebrannt, der größte Teil der jetzigen Gebäude wurde 1633 dank der großen Spende Tokugawa Iemitsus neu aufgebaut. (Iemitsu war der dritte Tokugawa-Shogun).

 

Wie geht man üblicher Weise zur Tempelanlage?

Man nimmt den „Kiyomizu-zaka“ („Kiyomizu-Abhang“), um zum Tempel zu gelangen. Der Kiyomizu-zaka erstreckt sich etwa 1 Kilometer lang bergauf und führt zum Kiyomizudera, der 242 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Auf beiden Seiten des Wegs reihen sich unzählige Geschäfte aneinander. In zahlreichen Töpfereien kann man das bekannte Kiyomizu-yaki Porzellan („Kiyomizu-Keramik) kaufen. Vom Kiyomizu-zaka zweigt ein anderer Weg ab, der „Sannen-zaka“ („drei Jahre Abhang“) und weiter der „Ninnen-zaka“ („zwei Jahre Abhang“). Diese Wege werden ebnefalls von zahlreichen Geschäften mit Kiyomizu-Keramik gesäumt. Die Wege stehen unter Denkmalschutz. Wenn man auf der Pflasterstraße läuft, sollte man vorsichtig sein. Es wird gesagt: Wenn man auf dieser Straße ausrutscht, hat man zwei beziehungsweise drei Jahre Unglück. Nach dem anstrengenden Anstieg erreicht man endlich den Kiyomizudera.

Das erste Gebäude, das auf der linken Seite steht, heißt „Umatodome“. „Uma“ heißt „Pferd“. In diesem Gebäude stellten die Samurai, die den Tempel besuchten, ihre Pferde ab. Das jetzige Gebäude wurde nach dem Onin-Krieg (1467-1477) wiederaufgebaut. Es is 10,5 Meter mal 5 Meter groß und fasst fünf Pferde.

Hinter dem „Umatodome“ steht das Vordertor des Kizomizudera, das „Nio-mon“ heißt. Das Tor wurde auch nach dem Onin-Krieg wiederaufgebaut. Im Jahr 2003 wurde das Tor renoviert, nachdem es vorher ganz auseinder genommen hatte. Die Breite beträgt etwa 10 Meter, die Tiefe ist etwa 4,8 Meter, die Höhe ist 8,5 Meter. Es wird wegen seiner roten Lackierung auch das „Rote Tor“ genannt. Auf der vorderen Seite unter dem Dach hängt eine Tafel mit dem Namen des Tempels, die von einem bekannten Kalligraphen, Fujiwara no Yukinari, aus der Heian-Zeit angefertigt worden war. Zwei große Statuen flankieren das Tor.

Wenn man durch das Nio-mon Tor geht, sieht man einen Glockenturm auf der linken Seite. Der jetzige Turm stammt aus dem Jahr 1607, obwohl er noch im Stil der Momoyama-Zeit gehalten ist. Die Glocke, die etwa 2,3 Tonnen wiegt, wurde 1478 von Gläubigen gestiftet.

Auf der rechten Seite des Glockenturms findet man das zweite Tor, das „Nishi-mon“ („Westtor“). Das stämmige Tor mit acht Pfeilen wurde 1631 wiederaufgebaut. Das Tor ist auch rot lackiert und hat den Stil der Momoyama-Zeit.

Hinter dem Westtor sieht man die 31 Meter hohe dreistöckige Pagode. Ursprünglich wurde eine Pagode im Jahr 847 erbaut. Die jetzige Pagode wurde 1632 der ursprünglichen Pagode getreu wiederaufgebaut. Im Jahr 1987 wurde sie renoviert. In der Pagode findet sich eine Nyorai-Figur und an den Wänden sieht man die acht Gründer der Shingon-Schule.

Links von der Pagode liegt die Sutren-Aufbewahrungshalle. Diese Halle wurde 1633 wiedererrichtet. Wenn man ein paar Gebäude weiter geht, findet man endlich die Haupthalle.

Das Gebäude ist ein Nationalschatz. Diese Halle beherbergt die Statue eines Elfköpfigen und Tausendarmigen Kannons, einen geheimen Buddha, einen Bishamon-ten und einem Shogun-Jizo. Die ursprüngliche Haupthalle wurde 780 nach dem Modell der Paläste oder der Privathäuser der Adeligen in der Heian-Zeit erbaut. Im Jahr 1633 wurde sie durch die Spenden Iemitsus wiederaufgebaut. Obwohl das jetzige Gebäude aus der Edo-Zeit stammt, wurde die Architektur aus der Heian-Zeit aufrechterhalten. Zum Beispiel das rindengedeckte Walmdach. Die Breite betägt etwa 36 Meter, die Tiefe beträgt etwa 30 Meter und die Höhe beträgt 18 Meter. Die Terrasse, die über den Berg hinausragt, ist etwa 13 Meter hoch und etwa 190 Quadratmeter groß.

Von der Terrasse aus genießt man eine sehr schöne Aussicht über Kyoto. Diese Terrasse wird von 139 Zelko-Pfeilern gestützt und zur Überraschung wurde sie ohne einzigen Nagel gefertigt. Sie ist ohne Frage eine der schönsten Beispiele für japanische Tischlerkunst. Die Figuren in dieser Halle werden nur alle 33 Jahre einmal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In Japan gibt es eine Redewendung: „Die Terrasse des Kiyomizu hinunterspringen“. Sie bedeutet, sich zu einem Entschluss durchzuringen. Von der Terrasse hinunter zu springen ist natürlich verboten. Aber laut einem Dokument aus der Edo-Zeit wurden mindestens 234 Sprünge aufgezeichnet. 200 Personen davon überlebten den Sprung, immerhin 85,4 Prozent. Viele glaubten damals, wenn man von der Terrasse sprang, konnte man direkt das Paradies erreichen. Sehr wahrscheinlich hinderte die dichte Vegetation direkt unter der Terrasse die meisten an der Erfüllung ihrer Hoffnung.

Wenn man die steinerne Treppe, die sich östlich hinter der Haupthalle befindet, nach unten geht, findet man einen sehr bekannten Wasserfall. Der Wasserfall heißt Otowa no Taki. Das Wasser fließt durch drei einzelne Wasserkanäle und stürzt in ein Becken. Dieses Wasser ist das heilige Wasser, das der Gründer des Kiyomizudera, Enchin hier fand. Man sagt, dass das Wasser heilende Kräfte besitze, deshalb trinken viele Besucher mit einer Schöpfkelle von dem Wasser.

Der Jishu-Jinja: Auf der Tempelanlage sind mehrere Schreine verstreut. Der bekannteste und populärste Schrein ist Jishu-Jinja. Der Jishu-Jinja liegt nördlich der Haupthalle des Kiyomizudera. Seine Entstehungsgeschichte ist unklar, aber man sagt, dass er schon vor der Gründung Japans existierte. Der Schrein ist einem Gott der Liebe, dem Okuninushino-Mikoto gewidmet.Vor der Gebetshalle dieses Schreins stehen zwei Steine, die etwa 18 Meter voneinander entfernt sind. Nach der Überlieferung stammen die beiden Steine aus der Jomon-Zeit (von 10000 bis 400 vor Christi). Man sagt, wenn unverheiratete Leute mit geschlossenen Augen von einem Stein zum anderen gehen können, werden ihre Liebeswünsche erfüllt. Deswegen ist der Schrein immer sehr gut besucht, besonders von Frauen, die ihren Liebe finden möchten. Das Drachenbild, das man an der Decke der Gebetshalle findet, wurde von Kano Motonobu (1476-1559) gemalt. Auf der Schreinanlage gibt es einen Kirschbaum, der im Frühling viele Besucher anzieht.

 

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© Yumetabikoubou

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