Bild2a
BuiltWithNOF
Kitano Takeshi

Kitano Takeshi/Beat Takeshi

Kitano Takeshi wurde am 18. Januar 1947 in Tokio geboren. Er ist in Japan ein sehr erfolgreicher Komiker, Fernsehermoderator, Regisseur, Schauspieler und Universitätsdozent, also ein richtiges Multitalent. Als Schauspieler wird er hoch geschätzt und als Moderator von Quiz- oder Informationssendungen zeigt er regelmäßig, welch umfassendes Wissen er besitzt. Im Ausland ist Takeshi hauptsächlich als Regisseur bekannt.

Als Regisseur und Universitätsdozent benutzt er seinen echten Namen, Kitano Takeshi, als Komiker nennt er sich Beat Takeshi. Sein Spitzname ist einfach Takeshi oder Take-chan.

Sein Hobby sind Baseball, Fußball, Mathematik, Malerei, Stepptanz und Klavierspielen. Takeshi besitzt eine eigene Baseball-Mannschaft und er spielt auch ab und zu als Pitcher. Takeshi sagte einmal, wenn er ein anderes Leben führen würde, wäre er gern ein Mathematikwissenschaftler.

Takeshis Vater hieß Kikujiro (1897-1977), er war ein Anstreicher. Seine Mutter hieß Saki (1904-1999). Takeshi wurde als der vierte Sohn geboren, aber einer seiner Brüder starb früh. Er hat außerdem eine ältere Schwester. Kikujiro war ein tyrannischer Vater, typisch für seine Generation. Er gab den großen Teil seines Gehaltes fürs Trinken und Spielen aus, so dass die Familie in ziemlicher Armut leben musste. Saki und ihre Kinder wohnten in einer Einzimmerwohnung in einem Arbeitersbezirk in Tokio. Laut Lebensbeschreibung der Mutter, die Takeshi nach ihrem Tod eigenhändig aufschrieb, arbeitete Saki Tag und Nacht, um die Kinder zu versorgen. Dank ihrer Anstrengung erlangten alle Kinder eine gute Ausbildung. Einer der Brüder Takeshis arbeitet sogar als Universitätsprofessor.

Takeshi besuchte die Meiji-Universität, um Mechanik zu studieren, aber er verließ die Uni kurz nach der Immatrikulation. Zu dieser Zeit verließ Takeshi auch sein Elternhaus, er wollte ein unabhängiges Leben führen.

In seiner Studentenzeit vernarrte er sich in Jazz-Musik, und er zeigte sich oft in den Jazzcafes. Sein umfassendes Wissen über Jazz war überall in seinem Bekanntenkreis bekannt. Andererseits beabsichtigte er ein Boxprofi zu werden und er besuchte regelmäßig Boxhallen, um dort zu trainieren. Eine andere Leidenschaft war, ins Kino zu gehen und sich Filme anzuschauen. Als Broterwerb fuhr er eine Zeit lang Taxi. Schließlich wurde er von einem Nachtclubbesitzer, bei dem er zunächst als Liftboy gearbeitet hatte, entdeckt und von ihm als Komiker gefördert. Dabei erlernte er auch den Step-Tanz. Als Komödiant nahm er den Namen „Beat Takeshi“ an. Er lernte Kaneko Kiyoshi kennen, und zusammen traten sie unter dem Namen „Two Beats“ auf. Zu Anfang war dem Duo nur wenig Erfolg beschieden. Das änderte sich jedoch zu Beginn der 80iger Jahre als plötzlich ein unerhörter Comedian-Boom ausbrach.

„Two Beats“ war von nun an ständig im Fernsehen präsent. Takeshis aggressiver und sozialkritischer Humor war einzigartig und fand großen Anklang bei der Jugend. Einer seiner bekanntesten Gags hieß: „Akashingo, minna de watareba kowakunai.“(„Wenn alle bei Rot über die Straße gehen, ist es nicht mehr gefährlich.“)

Die Besonderheit von „Two Beats“ war, dass der große Teil der Anhänger nicht Frauen, wie bei anderen Duos der Fall, sondern junge Männer waren.

Takeshi und Kiyoshi arbeiteten unentwegt, ohne mehr als 2, 3 Stunden zu schlafen. Für Kiyoshi wurde das bald zu viel, er teilte nicht Takeshis Ehrgeiz, sich an die Spitze aller Komiker-Duos in Japan zu setzen. Kiyoshi schlug mitten im großen Erfolg vor, „Two Beats“ aufzulösen. Takeshi war über seinen Kollegen sehr enttäuscht, aber er entschloss sich, ohne Kiyoshi sein Ziel weiter zu verfolgen. Das war der Startpunkt für seine Solokarriere als „Beat Takeshi“.

1978 hairatete Takeshi die Komikerin Mikiko. Sie hatten sich 2 Jahre zuvor in einer Sendung kennengelernt. Nach ihrer Heirat hörte Mikiko auf zu arbeiten. Sie haben einen Sohn und eine Tochter zusammen.

1981 begann Takeshis erfolgreichste Senndung „Oretachi hyokinyoku“ (wörtlich übersetzt: „Wir sind eine Komikerfamilie“). Takeshi spielte den Hauptmoderator, und er stellte eine besondere Figur dar, die „Takechan-man“ hieß. „Takechan-man“ hatte einen starken Gerechtigkeitssinn und er bestrafte seinen in Laster versinkenden Gegenspieler, den einer seiner Komikerkollegen „Akashiya Sanma“ spielte. Diese Figur „Takechan-man“ wurde in ganz Japan rasch populär, und Takeshi genoss eine unglaubliche Popularität.

Im gleichen Jahr begann seine erfolgreiche Radiosendung „All night nippon“. Auch in dieser Sendung war Takeshi der Moderator, mehr aber in der Funktion eines Ratgebers als der des Komikers. Für diese Sendung konnten Menschen Takeshi auf Postkarten ihre Probleme zuschicken und Takeshi machte Vorschläge, wie die Probleme gelöst werden könnten. Manchmal teilte er dabei eine ziemlich harsche Kritik aus. Die meisten Zuhörer waren Jugendliche und Studenten. Diese zwei Sendungen waren Schlüsselsendungen für Takeshis Erfolg. Kurz nachdem „All night nippon“ gestartet war, wurde Takeshi mit Bewerbungen überhäuft: alle wollten eine Komikerausbildung bei ihm machen. Takeshi nahm ein paar Jugendliche an und bildete eine Amateurgruppe, die „Takeshi gundan“ („Takeshis Truppe“).

Takeshi wurde zum absoluten Entertainment-König. Er plante und organisierte selbst fast alle Sendungen, an denen er teilnahm. Er gab allen Angehörigen der „Takeshi gundan“ einen Künstlernamen und ließ sie regelemäßig in seinen Sendungen auftreten. Die populärste und erfolgreichste Sendung von Takeshi und „Takeshi gundan“ war „Takeshi-jo“ („Takeshis Castle“), eine Sendung, die auch im deutschen Fernsehen lief. Bei all den Projekten, die unter Takeshis Leitung durchgeführt wurden, musste man sich fragen, ob er überhaupt noch ein Privatleben hatte.

Prompt veröffentlichte eine Zeitschrift im Dezember 1986 ein Foto, auf dem Takeshi mit einer jungen Frau zu sehen war. Die Zeitschrift behauptete, dass diese Frau Takeshis Geliebte sei. Takeshi war durch diesen Bericht außer sich vor Zorn und zusammen mit allen Mitgliedern der „Takeshi gundan“ überfiel er die Redaktion der Zeitschrift. Takeshi wurde dabei verhaftet. Um wieder zur Ruhe zu kommen, verzichtete Takeshi 6 Monte lang auf alle Auftritte in der Öffentlichkeit, und er stellte alle seinen Sendungen vorübergehend ein. Das war für Takeshi das erste einschneidende, negative Erlebnis.

1989 drehte Takeshi seinen ersten Film. Der Film „sono otoko kyobo ni tsuki“ („Vorsicht, dieser Mann ist sehr gefährlich“) hätte ursprünglich von einem bekannten Regisseur gedreht werden sollen. Der Regisseur, Fukasaku Kinji wollte Takeshi in der Hauptrolle, aber Fukasaku und Takeshi gerieten sich wegen Terminstreitigkeiten so sehr in die Haare, dass Fukasaku kurz danach verkündete, das Filmprojekt aufzugeben. Kurzerhand übernahm Takeshi daraufhin die Rolle des Regisseurs. Das war der Anfang seiner cineastischen Karriere.

Mit seinem vierten Film „Sonatine“ gewann Takeshi 1993 bei den Filmfestspielen von Cannes einen Preis. Bis dahin hielten viele Japaner seine Werke für das bloße Steckenpferd eines renommierten, aber etwas verschrobenen Komikers. Der Erfolg in Cannes führte jedoch dazu, dass die Japaner sich langsam für Takeshis Filme zu interessieren begannen.

Am 2. August 1994 kam es zu einem weiteren folgenschweren Ereignis. Um 1:40 Uhr morgens in Shinjuku fuhr Takeshi im betrunkenen Zustand Motorrad. Er wurde aus einer scharfen Kurve getragen und prallte gegen einen Pfeiler. Nach zwei Tagen im Koma wachte Takeshi ohne jedes Erinnerungsvermögen wieder auf. 6 Monate dauerte es, bis er sich nach dem schweren Unfall wieder in der Öffentlichkeit zeigte.

1998 erhielt Takeshi bei dem Filmfest in Venedig mit seinem Werk „Hanabi“ („Feuerwerk“) den goldnen Löwen (den ersten Preis). „Hanabi“ gewann nicht nur im Ausland sondern auch in Japan eine große Reputation. Das Werk ließ Takeshi den ersten richtigen Schritt einer großen Karriere als Regisseur machen. Nach dem Preisempfang trennte sich Takeshi von der Produktionsfirma, mit der er von Anfang an zusammen gearbeitet hatte. Das erlaubte ihm eine bessere Vermarktung seiner Filme. 2003 mit dem Film „Zatoichi“ gewann Takeshi wieder einen Preis in Venedig, (den silbernen Löwen). Der Film war sein erster kommerzieller Erfolg. „Zatoichi“ war ursprünglich eine populäre Film- und Fernsehserie in Japan, die zwischen 1962 bis 1989 lief. Zatoichi ist ein blinder Samurai, der überall in Japan umher wandert. Mit seiner unglaublich geschickten Schwerttechnik siegte er im Kampf gegen das Böse. Dieses Motiv hat Takeshi in seinem Film weiter entwickelt. Von 1989 bis heute drehte Takeshi 13 Filme. In den meisten Filmen spielte er selbst eine Rolle. Eine visuelle Eigentümlichkeit seiner Filme ist die auffällige Blau-Färbung und eines der häufigsten Themen ist der Tod, dem kein Mensch entkommen kann.

In Anerkennung seiner künstlerischen Verdienste erhielt Takeshi im Jahr 2005 eine Berufung an die „Tokyo National University of Fine Arts und Music“.

zurück

© Yumetabikoubou

[Home] [Themen] [Kultur] [Kunst] [Literatur] [Medien] [Sumo] [Kulinarisches] [Teeweg] [Shintoismus] [Buddhismus] [Gärten] [Matsuri] [Feiertage] [Geschichte] [Reisen] [Service] [Kontakt] [Impressum]