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Heian

Die Heian-Zeit (794 - 1185)

Die buddhistischen Klöster in Nara gewannen immer mehr an Einfluß. Eine Reihe von Familien gewann ausserdem immer mehr an Macht. Der Kaiser Kammu, der unter dem Einfluss der Fujiwara-Familie stand entschied daher die Hauptstadt nach Heiankyō, dem heutigen Kyōto, zu verlegen.

Die Familie Fujiwara hatte die eigentliche Macht in der Hand, der Kaiser wurde immer stärker auf zeremonielle Funktionen beschränkt. Der direkte Kontakt mit China wurde eingestellt. Es kam zu einer Re-Japanisierung, was auch das zentrale Merkmal dieser Epoche ist. Die Heian-Zeit wird als die klassische Epoche der japanischen Kunst betrachtet. Besonders die Literatur, die von den Hofdamen gepflegt wurde, kam zu besonderer Blüte.

Zur sogenannten Hofdamenliteratur zählen z.B. das Genji Monogatari von Murasaki Shikibu und das Kopfkissenbuch der Sei Shōnagon. Daneben entwickelten sich die Tagebucherzählungen (nikki); auf kaiserlichen Befehl wurden Gedichtanthologien (Chokusenwakashū) zusammengestellt. Da die chinesische Schrift damals noch die einzige Möglichkeit war, etwas niederzuschreiben, und man das Erlernen derselben als für Frauen unziemlich hielt, führte die Hofdamenliteratur der Heian-Zeit auch zur Entwicklung einer neuen Silbenschrift, die zunächst onna-de (Frauenhand) genannt wurde und später als Hiragana kanonifiziert wurde. (s. Wikipedia)

Während die höfische Kultur blühte, nahm die Macht des Kaiserhofes immer mehr ab und floss der Familie Fujiwara zu, die sich durch ihre geschickte Heiratspolitik Einfluss verschafften. Sie verheirateten ihre Töchter mit den Kaisern und regierten dann stellvertretend für deren minderjährige Abkömmlinge. Ein besonders mächtiges Mitglied der Fujiwara-Familie war Fujiwara no Michinaga, der vier seiner Töchter an den Kaiser verheiratete.

In den Lehensgebieten entstand eine neue Kriegerelite, deren Macht nicht auf Bildung oder erblichen Ämtern beruhte, sondern von treu ergebenen Gefolgsleuten getragen wurde. Sie waren durch tatsächliche oder fiktive Blutsverwandtschaften untereinander verbunden. Diese Kriegerfamilien griffen ein, als in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts Machtkämpfe am Hof ausbrachen.

Die bedeutendsten Kriegerklans waren dabei die Genji (Minamoto) und die Heike (Taira), die ihre Herkunft vom Kaiserhaus ableiten konnten. Nach einer ganzen Reihe von Kämpfen und Schlachten konnte sich die Familie Minamoto schließlich durchsetzen. Der amtierende Kaiser übertrug 1192 Minamoto no Yoritomo den Titel Shogun. Yoritomo verlegte sein Hauptquartier nach Kamakura.

 

© Yumetabikoubou

Kammu_Kaiser

Kaiser Kammu

Murasaki1

Murasaki Shikibu

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