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Ginkaku-ji

Ginkaku-ji

Ginkaku heißt wörtlich der silberne Pavillon und samt den anderen Gebäuden in der Anlage wird er Ginkaku-ji genannt. Anders als sein Name sagt, ist der Pavillon nicht mit Silber überzogen. Der offizielle Name dieses buddhistischen Tempels lautet Jisho-ji.

Der silberne Pavillon wurde im Jahr 1482 vom achten Shogun Ashikagas Yoshimasa (1436-1490) als Residenz erbaut. Zu der Zeit herrschte in Kyoto aufgrund des 10-jährigen Onin-Kriegs überall noch Chaos. Yoshimasa wollte sich vom politischen und wirtschaftlichen Durcheinander zurückziehen, dafür wollte er sich eine geeignete Zufluchtsstätte schaffen und so liess er den Ginkaku erbauen.

Yoshimasas ursprünglicher Plan sah vor, den Pavillon mit Silber zu überziehen, zu Ehren seines Großvaters Ashikaga Yoshimitsu, der den Kinkaku-ji vergolden liess. Aber 1490, noch bevor der Bau fertig gestellt war, starb Yoshimasa, und der Plan wurde nie verwirklicht.

Nach Yoshimasas Vorstellungen wurden die meisten Gebäude in der Anlage nach Osten hin ausgerichtet, damit der Blick von den Stadtteilen abgewendet werden konnte, die durch den Onin-Krieg stark zerstörten worden waren. 1485 wurde Yoshimasa Zen-Mönch, seine Residenz wurde nach seinem Tod im Jahr 1490 zu einem Zen-Tempel umfunktioniert.

Das Hauptgebäude, der silberne Pavillon, besteht aus zwei Stockwerken. Im Gegensatz zum prächtigen Kinkaku, ist der Ginkaku sehr einfach und schlicht.

Das Erdgeschoss war als Wohnbereich von Yoshimasa gedacht und im Shinden-Stil (Palast-Stil) erbaut. Der Wohnbereich misst 7 Meter auf 8.2 Meter ist. Dieser Baustil wurde von den Aristokraten jener Zeit bevorzugt. Der erste Stock ist im Stil eines chinesischen Zen-Tempels gestaltet, dessen besondere Charakteristik in den glockenförmigen Fenstern besteht. Yoshimasa benutzte den Raum, um von dort aus den Mond zu betrachten.

Der älteste Bau im Ginkaku-ji ist das Toguden, das dem Ginkaku gegenüber auf der anderen Seite des Teichs liegt. Es wurde im Jahr 1486 fertig gebaut. Im Toguden gibt es zwei Räume, der kleinere Raum diente als Arbeitszimmer für Yoshimasa, der größere Raum enthielt die Skulptur seines Schutzgottes.

In seinem Arbeitszimmer ist eine Tokonoma-Nische und Chigaidana (unregelmäßige Wandbretter) zu sehen. Dieses Element im Arbeitszimmer Yoshimasas ist wahrscheinlich Ursprung und Vorbild für alle weiteren japanischen Häuser. Im Toguden befindet sich auch ein früher Vorläufer eines japanischen Teezimmers.

Der Garten um den Ginkaku herum besteht aus zwei Teilen. Der untere Teil, der direkt am Ginkaku liegt, ist um den Teich, Kinshochi, im Umwandelstil gestaltet und der obere Teil, der sich am Fuss des Higashiyama-Berges ausbreitet, ist im Trockengarten-Stil (Karesansui-Stil) angelegt. Der untere Garten wurde von Yoshimasa zusammen mit dem No-Schauspieler Zeami, der von Yoshimasa stark unterstützt wurde, nach dem Vorbild des Saiho-ji angelegt. Alles ist von Moos überzogen und überall finden erlesene Steine und Bäume, die Yoshimasa selbst ausgewählt hat.

In der frühen Edo-Zeit wurde der Garten etwas umgestaltet. Direkt neben dem Ginkaku wurde eine Sandfläche (Gin-shadan) und ein konischer Sandhaufen (Kougetu-dai) platziert. Die Sandfläche soll den berühmten Westsee bei Hangzhou in China darstellen und der Sandhaufen den Berg Fuji. Der Sandhaufen wurde ausserdem so ausgerichtet, dass er den Mondschein gut widerspiegeln konnte.

Im Jahr 1952 wurde der Garten zum nationalen Kulturgut erklärt und 1994 wurde die gesamte Anlage Ginkaku Weltkulturerbe.

Eine Besonderheit des Ginkaku ist die so genannte Ginkaku-ji Hecke. Wenn man den Tempel betritt, wird man rechts und links von Lattenwerk zwischen dem ersten und dem mittleren Tor begleitet. Dieser Weg dient als Mauer, um die Innenwelt von der Aussenwelt zu trennen.

Der Ginkaku-ji ist noch in einem weiteren Sinne von großer Bedeutung. Yoshimasa, der achte Shogun Ashikagas war ein grosser Sponsor der Kultur. Er war mit vielen Künstlern befreundet und nicht selten unterstützte er sie finanziell. Oft lud er die Künstler in seine Residenz ein und bot ihnen Raum, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu vervollkommnen. Im Gingaku-ji haben sich daher die Teezeremonie, No, die Blumenkunst und dieTuschmalerei zu hoher Kunst entwickelt. Die Kultur, die unter Yoshimasa aufblühte, trägt einen eigenen Namen, die „Higashiyama-Kultur“.

 

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© Yumetabikoubou

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