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Feiertage

Die japanischen Feiertage

Die meisten der heute bestehenden Feiertage wurden gesetzlich im Jahr 1948 festgelegt.Kurz nach der Niederlage im zweiten Weltkrieg versuchte die japanische Regierung so schnell wie möglich die Ordnung im Land wieder herzustellen. Ein Element war die Regelung der gesetzlichen Feiertage. 1948 wurden 14 Feiertage pro Jahr beschlossen, 2007 kam ein neuer Feiertag hinzu, der „Tag des Showa“, so dass wir heute in Japan insgesamt 15 Feiertage begehen. Seit 2000 gibt es für einige Feiertage darüber hinaus die Regel, dass wenn der Feiertag auf das Wochenende fällt, er auf den kommenden Montag verschoben wird. Dadurch erhöht sich die Zahl der zusammen hängenden freien Tage. Es wird somit leichter, sich für ein paar Tage einen kurzen Urlaub zu gönnen, ein Beitrag zur psychischen Volksgesundheit der legendär überarbeiteten japanischen Bevölkerung.

1. Der Neujahrstag (Ganjitsu).

Wie in vielen anderen Länder feiern die Japaner den Neujahrstag am 1 Januar. Der Neujahrstag hat für die Japaner eine besonders wichtige Bedeutung, die mit dem europäischen Weihnachten verglichen werden kann. Das Neujahr ist die wichtigste Gelegenheit, bei der alle Familienmitglieder zu einem großen Fest zusammen kommen. Die meisten japanischen Firmen schließen schon am 30. Dezember und sie bieten damit den Mitarbeitern die Chance, zu ihrer Familie zu fahren. Die meisten Betriebe öffnen erst am 4. Januar wieder. Kaufhäuser und Supermärkte aber, haben oftmals schon am 1. Januar wieder auf.

Wie verbringen die Japaner das Neujahrsfest? Gewöhnlich putzen die Hausfreuen ihr Haus oder ihre Wohnung zu Silvester gründlich. Um das neue Jahr zu begrüßen, vertreiben sie durch diese Reinigungsaktion die Böse aus dem Haus. Am Abend, kurz vor dem Beginn des neuen Jahres isst man gewöhnlich Soba (spezielle japanische Nudeln). Soba sind sehr dünn und lang, und so wünscht man sich beim Sobaessen ein bescheidenes, aber langes Leben. Dieses Sobaessen nennt man „Toshi koshi Soba“.

Sobald das neue Jahr kommt, werden die Glocken in allen Tempeln des Landes 108 Mal geläutet. Nach der Lehre des Buddhismus gibt es auf der irdischen Welt 108 weltliche Leiden. Am Beginn des neuen Jahres lauschen die Japaner dem Glockenklang, um auf diese Weise alle weltlichen Leiden zu vertreiben. Viele Japaner besuchen am Abend einen Tempel oder einen Schrein, um zu Gott um Glück für sich und seine Familienangehörigen zu beten. Den ersten Besuch eines Tempels oder eines Schreins im Jahr nennt man „ Hatsumoude“.

Am 1. Januar kommt die gesamte Familie zusammen und man feiert den Neujahrstag mit Sake und einem ganz speziellem für diesen Tag extra zubereiteten Essen. Dieses Essen heißt „O-sechi“.

Früher kochten die Hausfrauen O-sechi zu Hause, bevor das neue Jahr begann. In letzter Zeit jedoch kauft man es vermehrt fertig zubereitet in Kaufhäusern. Der Neujahrstag bietet Kindern eine gute Gelegenheit, zusätzliches Taschengeld zu bekommen. Die Erwachsenen tun das Taschengeld in eine kleine Papiertüte hinein und geben sie den Kindern in der Verwandtschaft. Dieses Taschengeld nennt man „O-toshidama“.

Am 1. Januar stellen viele Japaner eine Neujahrskiefer vor der Eingangstür auf, um damit die Götter und das Glück willkommen zu heißen. Wenn man zu Hause ein Altar zur Verehrung der Vorfahren hat, wechselt man den Verzierstrick für den Altar.

Ein weitere Gewohnheit der Japaner ist es, am Beginn des neuen Jahres an alle Freunde, Bekannte oder Kunden Neujahrskarten zu verschicken. Diese Karten nennt man „Nenga-jo.“ Viel beschäftigte Postboten verteilen eine fast astronomische Zahl von Karten zu dieser Zeit. 

 

Welche Rolle spielt eigentlich Weihnachten für die Japaner?

In Japan begeht man Weihnachten nur am 24. Dezember und der Tag ist in Japan kein wirklicher Feiertag. Als christliches Fest hat Weihnachten in Japan keine große Bedeutung. Etwa 3 Prozent der Bevölkerung sind Christen, sie feiern Weihnachten natürlich in ihrer Kirche.

Am 24. Dezember gehen besonders junge Leute zum Essen aus. Der männliche Teil des jungen Paares muss dabei ziemlich viel Geld ausgeben. Das bedeutet, dass vorher ordentlich gespart werden muss. Die meisten Restaurants bieten ein spezielles, mehrgängiges Menü. In den Städten werden Weihnachtsbäume aufgestellt und überall ist alles weihnachtlich dekoriert. Aus Lautsprechern ertönt Weihnachtsmusik. Als Besonderheit der japanischen Weihnacht werden am 24. Dezember Weihnachtstorten in allen Bäckereien und Konditoreien verkauft. Die Väter der Familien sind aufgefordert, eine Weihnachtstorte mit nach Hause zu bringen. Mütter kochen etwas Besonderes für die Familie. Die Torten, die am 24. Dezember nicht verkauft wurden, werden am 25. Dezember zum halbem Preis verkauft. Weihnachten in Japan ist also eine sehr kommerzielle Angelegenheit.

 

2. Der Tag der Volljährigkeit (Seijin no Hi).

Seit 1948 wurde dieser Tag am 15. Januar begangen, seit 2000 aber am zweiten Montag im Januar. In Japan wird man im Alter von 20 Jahren volljährig. Das Motto dieses Tages ist: Man soll sich dessen bewusst werden, dass man zu einem Erwachsenen geworden ist und von nun an, selbständig das eigene Leben in die Hand nehmen soll. Die bereits Erwachsenen beglückwünschen die Volljährigen an diesem Tag. In allen Gemeinden Japans werden Feiern abgehalten. Alle neu Erwachsenen werden zur Feier eingeladen, bei der der Gemeindevorsteher eine Rede hält. Jeder erhält ein kleines Geschenk. Die Jungen tragen herkömmlich einen Anzug und die Mädchen tragen einen langärmeligen Kimono. Zum allgemeinen Bedauern begehen viele neue Erwachsene diese Fest nicht mehr so feierlich wie früher.

 

3. Der Gründungstag Japans (Kenkoku Kinenbi).

Seit 1966 wird er am 11. Februar gefeiert. An diesem Tag soll man an die Gründung des Staates Japan zurückdenken und die Vaterlandsliebe fördern. Im Jahr 1872 wurde offiziell festgesetzt, dass am 11. Februar die Gründung Japans gefeiert werden soll. Nach dem Geschichtsbuch „Nihon-shoki“ (720 herausgebracht), soll der erste Kaiser Japans, Jinmu, am 11. Februar im Jahr 660 vor Christus den Thron bestiegen haben. Nach der Niederlage im zweiten Weltkrieg wurde dieser Feiertag zunächst abgeschafft, aber später wieder eingeführt.

 

4. Der Tag der Frühlingsnachtgleiche (Shunbun no Hi).

Seit 1948 wird er um den 21. März gefeiert. Es gibt 2 Tage pro Jahr, an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Diese zwei Tage werden „Der Tag des Äquinoktiums“ (Chunichi) genannt. In der Lehre des Buddhismus wird die Woche um diesen Tag (drei Tage vor dem Feiertag und drei Tage danach) „Higan“ genannt. Während dieser Woche denken viele Japaner an ihre Vorfahren und besuchen den Friedhof. Seit uralter Zeit sind diese zwei Feiertage wichtige Tage in der Ahnenverehrung. Der exakte Termin für diese Feiertage wird jeweils am 1. Februar im Vorjahr durch die nationale Sternwarte bekannt gegeben.

 

5. Der Tag des Showa (Showa no Hi).

Das ist der allerneueste Feiertag Japans. Seit 2007 wird er am 29. April anstatt des so genannten „Tag des Grüns“ gefeiert. Das Motto des Tages lautet: Man soll die Showa-Zeit nicht vergessen, in der Japan trotz des zweiten Weltkriegs mit einem unglaublichen Tempo wiederaufblühte. Durch die Einführung des Showa-Tags wurde der Tag Grünes seit 2007 auf den 4. Mai verlegt.

 

6. Der Verfassungstag (Kenpou Kinenbi).

Seit 1948 wird er am 3. Mai gefeiert. Dieser Feiertag geht auf die Einführung der neuen, gegenwärtigen Verfassung Japans zurück. Im Jahr 1946, am 3. November wurde die japanische neue Verfassung verkündet, die eine geänderte Form der früheren Verfassung darstellte. 1947 am 3. Mai wurde sie offiziell eingeführt.

 

7. Der Tag Grünes (Midori no Hi).

Von 1989 bis 2006 wurde er am 29. April und seit 2007 wird er am 4. Mai gefeiert. Das Motto des Tages ist: Man soll mit der Natur in Einklang stehen und sich bei ihr für ihre „Gunst“ bedanken. Da dieser Tag gleichzeitig der Geburtstag des Showa-Kaisers war, wurde sein Geburtstag bis zu seinem Tod im Jahr 1989 auch an diesem Tag gefeiert. Der Name „Tag des Grüns“ rührt von der Liebe des Kaisers zur Natur her.

 

8. Der Kindertag (Kodomo no Hi).

Seit 1948 wird er am 5. Mai gefeiert. Das Motto des Tages ist: Man soll die Persönlichkeit der Kinder achten und den Kindern für ihr Leben Glück wünschen. Man soll den Müttern gleichzeitig für ihre Anstrengung bei der Kindererziehung danken. Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es einen Kinderschutzverein in Japan, der am 5. Mai viele Aktionen für wohltätige Zwecke veranstaltete. Obwohl man diesen Tag allgemein „Kindertag“ nennt, wird der Tag in einem engeren Sinne nur für die Junge gefeiert. Die Eltern der Jungen stellen eine Miniatur-Rüstung, eine Kriegerpuppe oder ein in der Form eines Karpfens geschnittenes Banner zu Hause auf und sie hoffen, dass ihre Söhne zu ordentlichen Erwachsenen werden. Um das Böse zu vertreiben, steckte man früher ein Blatt des Kalmuses unter das Vordach. In letzter Zeit wurde es immer mehr zur Gewohnheit, das Kalmus-Blatt in die Badewanne zu legen, wenn man badet. Ansonsten werden überall in Japan an diesem Tag mit einem Eichenblatt umwickelte Reiskuchen (Kashiwa Mochi) gegessen.

Im Gegensatz zum Kindertag wird am 3. März der Mädchentag gefeiert. Aber der 3. März ist offiziell kein Feiertag. Deswegen gibt es seit langem einen Disput, dass die Frauen (Mädchen) dadurch diskriminiert werden. Die Eltern der Mädchen stellen am 3. März spezille Puppen (Hina Ningyo) zu Hause auf, um ihrer Tochter alles Gute zu wünschen. Die Puppen bestehen manchmal aus einem Paar, das Kaiser und Kaiserin darstellt, manchmal aber auch aus mehreren Figuren, die außer Kaiser und Kaiserin Hofdamen und Musiker darstellen. In letztem Fall werden die Puppen auf einer 7-stufigen mit rotem Stoff bezogenen Plattform platziert. Da die Wohnungen aber in der Regel klein sind, entscheidet man sich meistens für die kleinere Version. Ein süßes Getränk, das man mit Sake-Hefe kocht, wird an diesem Tag getrunken.

Zwischen dem 29. April und 5. Mai kommen also ein paar Feiertage hintereinander. Man nennt diese Woche auch „goldene Woche“, eine Haupt-Urlaubszeit in Japan.

 

 

9. Der Tag des Meeres (Umi no Hi).

Seit 1996 wurde dieser Tag am 20. Juli begangen, und seit 2003 wird er am dritten Montag im Juli gefeiert. 1941 wurde der Gedächtnistag, der Tag des Meeres, zum ersten Mal festgesetzt. Der 20. Juli wurde ausgewählt, weil der Meiji Kaiser im Jahr 1876 mit einem zivilen Schiff eine kaiserliche Rundfahrt nach Norden machte und am 20. Juli heil zum Hafen in Yokohama zurückkam. Der Meiji Kaiser und die Meiji-Zeit ist für Japan das Symbol der Modernisierung und der modernen Entwicklung. Ganz Japan wird bekanntlich von der See umschlossen. Das japanische Wort „Umi“, das See heißt, hat gleich lautend auch die Bedeutung „Erzeugung“. Der besondere Bezug zum Meer und die schnelle Modernisierung Japans sollen damit zum Ausdruck kommen.

 

10. Der Tag der Verehrung der alten Menschen (Keiro no Hi).

Seit 1966 wurde dieser Tag am 15. September begangen, seit 2003 wird er am dritten Montag im September gefeiert. Dieser Tag ist den alten Menschen gewidmet, man soll ihnen danken für ihre langjährigen Verdienste und ihnen ein langes Leben wünschen. Im Jahr 1947 schlug ein Bürgermeister aus einem kleinen Dorf in der Präfektur Hyogo vor, einen speziellen Tag zur Ehre alter Menschen einzurichten. Diese Idee wurde aufgenommen und seit 1950 wurde dieser Tag offiziell in Hyogo eingeführt und seit 1966 wird er über all in Japan gefeiert. 2003 wurde der Feiertag auf den dritten Montag September verlegt, damit man leichter einen 3-tägigen Urlaub nehmen kann.

 

11. Der Tag der Herbstnachtgleiche (Syubun no Hi).

Seit 1948 wird er um den 23 September gefeiert. Die Beschreibung für diesen Feiertag ist identisch mit der Beschreibung des Tags der Frühlingsnachtgleiche.

 

12. Der Sporttag (Taiiku no Hi).

Seit 1966 wurde er am 10. Oktober begangen, und seit 2000 am zweiten Montag im Oktober. Das Motto des Tages ist: Man sollte sich regelmäßig sportlichen Aktivitäten widmen, um Körper und Geist fit zu halten.Der Termin wurde in Gedenken an die Sommer Olympiade in Tokyo (Eröffnung der olympischen Spiele am 10. Oktober 1964) festgelegt. An vielen Grundschulen wird an diesem Tag ein Sportfest veranstaltet und bei zahlreichen Sportstätten bekommt man an diesem Tag ermäßigte Eintrittskarten.

 

13. Der Tag der Kultur (Bunka no Hi).

Seit 1948 wird dieser Tag am 3. November gefeiert. Das Motto des Tages ist: Man soll der Freiheit und dem Frieden Respekt erweisen und die Kultur weiter entwickeln. An dem Tag im Jahr 1946 wurde die gegenwärtige Verfassung Japans vorgestellt. Und am 3. November war auch der Geburtstag des Meiji Kaisers, der die Grundlagen des moderne Japans schuf. Aus diesen Gründen wurde dieser Termin festgesetzt. Am Tag der Kultur ist der Eintritt bei vielen Museen und Gemäldegalerien frei und viele kulturelle Veranstaltungen werden abgehalten. In Kaiserpalast werden Orden für kulturelle Verdienste verliehen.

 

14. Der Tag des Dankfests für Arbeit (Kinro Kansha no Hi).

Seit 1948 wird er am 23. November gefeiert. Das Motto des Tages ist: Man soll die Arbeit hoch schätzen und sich beieinander bedanken. Seit 1873 hielten die Japaner an diesem Tag traditionell das Erntedankfest ab. Japan war ursprünglich ein reiner Agrarstaat und die Landwirtschaft, besonders der Reisanbau spielte eine zentrale Rolle. Obwohl der jetzige Beitrag der Landwirtschaft zum Bruttosozialprodukt nicht mehr so groß wie früher ist, wurde diese Tradition des Erntedankfestes weitergegeben und wir feiern es jetzt in einer anderen Form.

 

15. Der Geburtstag des Kaisers (Tenno Tanjoubi).

Seit 1989 der Thronbesteigung des jetzigen Kaisers wird er am 23. Dezember gefeiert. Der Geburtstag des regierenden Kaisers wird seit uralten Zeiten in Japan gefeiert. Der Kaiser ist wie nach Artikel 1 der Verfassung Japans Symbol und oberster Repräsentant der Einheit der japanischen Völker. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der Geburtstag des Kaisers zu einem Feiertag erhoben. Der gegenwärtige Heisei Kaiser hat am 23. Dezember seinen Geburtstag, deswegen feiern die Japaner seit 1989 an dem Tag den Geburtstag des Kaisers. Viele Menschen gehen an diesem Tag zum Kaiserpalast, um ihre Glückwünsche auszusprechen.

 

Feiertag

Datum

Festsetzung

Der Neujahrstag

1. Januar

1948

Der Tag der Mundigkeitserklärung

zweiter Montag Januar

1948

(2000 Änderung

des Datums)

Der Gründungstag

11 Februar

1966

Der Tag der Frühlingsnachtgleiche

um 21 März 

1948

Der Tag Showas

29. April

2007

Der Verfassungstag

3. Mai

1948

Der Tag Grüns

4. Mai

2007

Der Kindertag

5. Mai

1948

Der Tag der See

dritter Montag Juli

1966

(2003 Änderung des Datums)

Der Tag der Verehrung der Betagten

dritter Montag September

1966

(2003 Änderung des Datums)

Der Tag der Herbstnachtgleiche

um 23 September

1948

Der Sportstag

zweiter Montag Oktober

1966

(2000 Änderung des Datums)

Der Tag der Kultur

3. November

1948

Der Tag des Dankfest für Arbeit

23 November

1948

Der Geburtstag des Kaisers

23. Dezember

1989

 

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