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Chion-in

Chion-in

Chion-in ist der oberste Haupttempel der Jodo-Schule. Der Ursprung des Chion-ins geht auf eine kleine Klause zurück, die der Gründer der Jodo-Schule, Honen (1133-1212) an dem Ort errichtetet hatte, wo sich die heutige Tempelanlage befindet..

Honen trat im Alter von 13 Jahren in den Enryaku-ji am Hieizan-Berg ein und wurde 2 Jahre später Mönch. 1175, als Honen 43 Jahre alt war, verließ er den Hieizan-Berg und erbaute sich in Kyoto jene Klause. Er gründete die Jodo-Schule in Japan, deren Lehre lautet: wenn man unermüdlich zu Amidabuddha (Amitaabha) betet, wird man seinen Leiden erlöst und in den Himmel geführt, egal welches Leben man auch geführt hat. Diese Lehre wurde am Anfang unter den Anhängern des Buddhismus nicht sehr akzeptiert und Honen wurde 1207 auf eine Insel verbannt. Vier Jahre später, 1211 durfte Honen wieder nach Kyoto zurückkehren, und 1212 im Alter von 80 starb er in seiner Klause.

Während der Verbreitung seiner Lehre in Kyoto war seine Klause der Mittelpunkt der Jodo-Schule. Nach seinem Tod wurde seine Klause aber durch die Mönche vom Hieizan-Berg attackiert und zerstört. 1234 baute ein Schüler Honens, Genchi diese Klause wieder auf. Das war der offizielle Startpunkt des Chion-in.

 

Erst in der Edo-Zeit wurde die Anlage erheblich, auf seine jetzige Ausdehnung hin vergrößert. Der erste Tokugawa-Shogun, Ieyasu (1542-1616) fing im Jahr 1608 an, das Grundstück um den Tempel zu erwerben und weitere Gebäude aufzubauen. Der Bauplan Ieyasus wurde weiter von dem zweiten Shogun Tokugawa Hidetada (1579-1632) übernommen. Das jetzige Sanmon-Tor wurde im Jahr 1621 von Hidetada fertig gestellt.

1633 zerstörte ein großer Brand mehrere Gebäude auf der Tempelanlage, aber der dritte Shogun Iemitsu (1604-1651) machte sich sofort an den Wiederaufbau. 1641 wurden alle Gebäude wieder fertig gestellt und der Chion-in erblühte seit dieser Zeit in seiner ganzen Pracht. Dass die Tokugawa Familie den Tempel so stark unterstützte hat folgende Gründe:

Die Familie Tokugawa war erstens der Jodo-Schule. Die Tokugawa-Shogune, die ja in Edo regierten, wollten ein sichtbares Machtzeichen in der Stadt des Kaisers setzen.

 

Das Sanmon-Tor

Auf halbem Weg der steinernen Treppen befindet sich das prächtige Sanmon-Tor. 1621 wurde es von Tokugawa Hidetada aufgebaut. Mit einer Höhe von 24 Metern und einer Breite von 50 Metern ist das Tor das größte hölzerne Tempeltor Japans.

Im ersten Stockwerk werden Statuen von Shakjamuni und 16 Arakans (Arhan) aufbewahrt. Die Decke dieses Stockwerks ist mit einem Drachen bemalt. Der Baustil des Sanmon-Tors ist stark vom Zen-Stil beeinflusst. Das Sanmon-Tor ist japanischer Nationalschatz.

Wenn man das Sanmon-Tor durchschritten hat, stößt man auf sehr steile Steinstufen. Aber keine Sorge! Man kann den Steinstufen ausweichen, um nach oben zu kommen. Auf der rechten Seite gibt es einen sanfteren Weg, der uns nach oben zur Tempelanlage führt. Die steilen Stufen nennt man „Otoko-zaka“ (der Abhang für Männer) und den sanfteren Abhang nennt man „Onna-zaka“ (der Abhang für Frauen).

 

Die Mieido-Halle (Haupthalle)

Das geräumige Gebäude wurde 1639 von Tokugawa Iemitsu aufgebaut, um die Statue von Honen, dem Gründer der Jodo-Schule dort aufzubewahren. Die Breite des Gebäudes beträgt 44,8 Meter und die Tiefe 34,5 Meter. Das Gebäude, das die Machtfülle des Tokugawa Shogunats sinnbildlich zum Ausdruck bringt, bietet Platz für etwa 4000 Personen.

Der äußere Teil wurde im rein japanischen Baustil errichtet, im Gegensatz zum inneren Teil, der einen klaren Zen-Stil aufweist. Überraschenderweise ist bei den großen Eingangstüren kein einziger Nagel zu sehen.

 

Amida Halle:

Gegenüber der Haupthalle befindet sich ein zweistöckiges Gebäude, in dem man die Statue von Amidabuddha (Amitaabha) findet. Der Amidabuddha spielt die Hauptrolle in der Jodo-Schule.

 

O-Hojo / Ko Hojo (großes Hojo / kleines Hojo):

Die beiden Gebäude wurden 1641 fertig gestellt. O-Hojo besteht aus mehreren Zimmern, die um das Hauptzimmer angeordnet wurden, das eine Größe von 54 Tatamimatten hat. Auf den papierenen Schiebetüren sind prächtige und farbige Gemälde zu sehen, die die Maler der Kano-Schule angefertigt haben.

Hinter dem O-Hojo befindet sich Ko-Hojo. Hier auch sind die Schiebetüren von Malern der Kano-Schule bemalt worden, aber in etwas weniger farbigem Ton.

In der Edo-Zeit übernachteten die Shogune bei ihren Besuchen in Kyoto oft mitsamt ihren Bediensteten in diesem Gebäude.

Vor dem kleinen Hojo findet man einen großen Garten. Der Garten symbolisiert mit seiner Szenerie aus Steinen und Büschen die Ankunft des Amidabuddha aus dem westlichen Paradies.

 

Der Santei Garten

Wenn man die steinerne Treppe vor dem O-Hojo hoch geht, erreicht man einen Trockengarten. Von dem Garten aus hat amn einen sehr schönen Blick auf die ganze Stadt. Der Garten und das Gebäude gehörten ursprünglich einer Tochter eines Kaisers. 1759 wurde das Gebäude mitsamt dem Garten dem Chion-in gestiftet.

 

Das Mausoleum

Um den ältesten Teil des Tempels zu erreichen, muss man wieder die Steinstufen hinauf steigen, die sich der Haupthalle gegenüber befinden.

Im Mausoleum wurde ein Teil der Asche von Honen begraben. 1613 wurde dieses Gebäude von einem feudalen Lehensherrn dem Chion-in geschenkt und 1710 wurde der vordere Bau hinzugefügt.

 

Die Seishido-Halle

Diese Halle ist das älteste Gebäude in der Tempelanlage. Das jetzige Gebäude wurde 1530 wieder aufgebaut. Ursprünglich baute Honen hier seine Klause und gründete die Jodo-Schule. 1212 starb Honen in dem früheren Gebäude, das sich genau hier befand. Jetzt wird eine Statue des Seishi-Bosatsu (amahasthamaprapta) hier aufbewahrt, die aus der Kamakura-Zeit stammt. Seishi-Bosatsu wird als Begleiter des Amidabuddha betrachtet. 

 

Kyozo (Sutra-Halle):

Von der Haupthalle aus, schräg auf der rechten Seite gibt es Kyozo, die Sutra-Halle. 1621 wurde diese Halle von Tokugawa Hidetada arrichtet. Drin befindet sich ein achteckiger Schrank, der sich dreht, in dem etwa 5600 Sutren aufbewahrt wurden.

 

Die Glocke

Hinter der Sutra-Halle befindet sich eine bekannte Glocke. Die über 70 Tonnen schwere Glocke ist eine der Glocken Japans. Sie wurde 1636 gegossen.

 

Die sieben Wunder des Chion-in

Zu den meisten dieser sieben Wunder gibt es keinen Zugang:

 

(1) Der weiße hölzerne Sarg:

Man sagt, dass der weiße hölzerne Sarg im ersten Stockwerk des Sanmon-Tors aufbewahrt wird. In diesem Sarg ruhen zwei hölzerne Statuen, eine von Gomi Kinemon, dem Baumeister, der das Tor fertig gestellt hatte, und die andere von seiner Frau. Gomi Kinemon benutzte mehr Holz als geplant, um das Tor aufzubauen. Er fühlte sich sehr schuldig wegen der Überschreitung des Budgets. Kinemon und seine Frau begingen deswegen nach der Fertigstellung des Tors Selbstmord. Um ihre Seelen zu trösten, bewahrt man Holzstatuen von ihnen in dem Sarg auf.

 

(2) Der Nachtigall Flur:

Von der Mieido-Halle über O-Hojo bis zum Ko-Hojo läuft der etwa 550 Meter lange Flur, die Gebäude entlang. Wenn jemand über den Flur schleicht, quietscht der Boden, so als ob eineNachtigall singen würde. Man sagt, dass der Flur mit Absicht so konstruiert wurde, um Einbrecher zu verscheuchen.

 

(3) Der vergessene Regenschirm:

Im Balken unter dem Dach der Mieido-Halle, auf der linken Seite der Fassade vom Betrachter aus befindet sich ein alter Regenschirm, besser gesagt ein Schirmgestell. Man sagt, dass der Regenschirm von einem bekannten Schnitzer, Hidari Jingoro (1594-1651) hinterlassen wurde. Jingoro nahm am Bau des Tempels teil und dabei ließ er den Schirm mit Absicht da liegen, um den Tempel vor Bränden zu schützen.

 

(4) Der davon geflogene Spatz:

Auf einer Schiebetür in einem Zimmer des O-Hojos, die von dem bekannten Maler, Kano Nobumasa gemalt worden war, fanden sich Darstellungen von Spatzen. Man sagt, dass diese Spatzen so perfekt gemalt waren, dass sie eines Tages buchstäblich davon flogen.

 

(5) Die in alle Richtungen blickende Katze:

Auf einer Flurtür im O-Hojo, die auch von Kano Nobumasa bemalt worden war, ist eine Katze mit ihrem Baby zu sehen. Man sagt, wenn man sie anschaut, egal von welcher Richtung aus, blickt diese Katze einem direkt ins Auge.

 

(6) Die große hölzerne Schöpfkelle

Die Schöpfkelle befindet sich im Balken über dem Flur des O-Hojos. Man sagt, dass der Mönch Miyoshi Kiyoumi bei der Belagerung in Osaka (Osaka no Jin) mit dieser Schöpfkelle als Waffe gekämpft habe. Sie ist 2,5 Meter lang und wiegt etwa 30 Kilogramm. Mit ihr kann man sehr viel Reis schöpfen, so viel, dass man viele Leute damit versorgen kann. Daher symbolisiert sie die Großzügigkeit des Amidabuddhas. Und auf Japanisch hat das Wort „schöpfen“ hat genau die gleiche Aussprache wie „erlösen“.

 

(7) Der Kürbispflanze-Stein:

Der Stein steht vor dem Kuromon-Tor. Man sagt, früher wuchs hier plötzlich die Ranke einer Kürbispflanze blühte noch in derselben Nacht und trug Früchte. Von dieser Überlieferung rührt der Name des Steins her, der bis tief zur Erdachse dringen soll. Und wenn man unter dem Stein graben würde, fände man einen langen geheimen Fluchtweg, der bis zum Schloss Nijo führe.  

 

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© Yumetabikoubou

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Das Sanmon-Tor

Chion-in3

Die Hojo-Halle

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Die Seishido-Halle, hier stand Honens Klause

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Garten hinter dem Hojo

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