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Chanko

Chanko – die traditionelle Mahlzeit der Sumo-Ringer

Die meisten Menschen, einschließlich der meisten Japaner, halten „Chanko“ fälschlicherweise ausschließlich für den kalorienreichen Eintopf (den sogenannten Chanko-Nabe), den Sumo-Ringer häufig zu sich nehmen. „ Chanko“ bezeichnet jedoch alle Arten von Gerichte, die Sumo-Ringer tagtäglich als Teil ihres Trainingsplans verzehren, um an Gewicht und Masse zuzulegen.

„ Chanko“ in seiner als Eintopf bekannten Version wurde zum ersten Mal in der Meiji-Ära (1868-1912) erfunden. In dem Ringerstall, Dewano-beya gab es eines Tages so viele Sumo-Schüler, dass die Frau des Leiters nicht mehr gut für die tägliche Verköstigung sorgen konnte. Da hatte sie die Idee, einfach allerlei Fleisch, Fisch und Gemüse in einem riesigen Topf mit Hühnerbrühe hinein zu geben und mit verschiedenen Gewürzen abzuschmecken. Diese Kochidee verbreitete sich ziemlich schnell und bald wurde dieser sättigende Eintopf in allen Ringerställen zubereitet.

Zu Anfang wurde Hühnerbrühe und Geflügelfleisch bevorzugt; Rinderbrühe, Rind- und Schweinefleisch mied man. Dahinter steckte ein unter Sumo-Kämpfern verbreiteter Aberglaube: Rinder und Schweine laufen nämlich auf vier Beinen und im Wettkampf hat derjenige verloren, der mit einem anderen Körperteil als den Beinen den Boden berührt. Da Geflügel auf zwei Beinen läuft, schien es geeigneter zum Verzehr und nicht mit einem bösen Omen belastet.

„Chanko“ scheint ursprünglich spezielle, aus China importierte Töpfe bezeichnet zu haben. Der Legende nach sollen Sumo-Ringer in solchen Töpfen aus China ihre Mahlzeiten zubereitet haben, als sie sich wegen eines Turniers in Nagasaki aufgehalten hatten. Und als sie nach Edo (das jetzige Tokio) zurückkehrten, benutzten sie die Töpfe einfach weiter.

Heute müssen die Sumo-Ringer niedrigeren Ranges für die Ringer höheren Ranges in einem Ringerstall das Essen zubereiten. Es gibt keine Regel dafür, was alles in einem „ Chanko“ enthalten sein muss. Prinzipiell kann alles drin sein. Es gibt auch keine Vorschrift, welchen Geschmack ein Chanko haben soll. Manchmal wird mit Sojasauce, ein andermal mit Sojabohnenpaste ( Miso ), oder mit Salz abgeschmeckt. Wichtig ist nur, dass das Gericht einen hohen Nährwert aufweist. Es muss genügend Proteine enthalten; daher sind Fleisch und Fisch natürlich immer die Hauptzutaten.

In den letzten Jahren haben sich „Chanko“ Restaurants in Japan in raschem Tempo vermehrt. Die zurücktgetretenen, früheren Sumo-Ringer eröffnen oft solche Restaurants als Standbein für ihre zweite berufliche Laufbahn. 

 

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© Yumetabikoubou

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Chanko-Nabe

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