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Buddhismus

Der Buddhismus in Japan

Der Buddhismus gehört zu den großen Weltreligionen. Er entstand im 5. Jahrhundert vor Christus in Indien, der Gründer war Gautama Buddha; in Japan bekannt unter dem Namen Shaka (Shakjamuni). Seine Lehre zielt auf das Erreichen eines Erkenntniszustandes (dharma), mit dem der Zyklus des karma im Rhythmus von Wiedergeburten aufgelöst werden kann. In dieser Sichtweise ergibt sich eine Ablehnung der phänomenalen Welt.

Der Buddhismus in Japan ist ein Teil des Mahayana-Buddhismus, jener Form des Buddhismus, nach welcher der einzelne Teil einer alles umgreifenden Gemeinschaft allen Lebens ist. Er kann seine Erlösung anderen (zum Beispiel den Boddhisattvas) anvertrauen.

 

1. Von der Einführung bis zum Ende der Nara-Zeit (710-794)

Nach einer Beschreibung im „Nihonshoki“(720), wurde der Buddhismus im 6. Jahrhundert n. Chr. nach Japan eingeführt, als der koreanische König dem Tenno eine Buddhastatue und ein Sutra zum Geschenk machte.

Die Einführung des neuen Glaubens ging nicht ohne Konflikte und Reibungsverluste von statten. So verschärfte der Buddhismus die Auseinandersetzung zwischen zwei verfeindeten, aber sehr einflussreichen Sippen, den „Mononobe“ und den „Soga“. Soga no Iname war ein großer Förderer der neuen religiösen Lehre. So baute er zum Beispiel sein eigenes Haus zu einem Tempel um. Anlässlich der Vollendung des Umbaus schenkte Kaiser Kimmei ihm jene besagte Buddhastatue und das Sutra, das dieser vom koreanischen König als Geschenk erhalten hatte. Mononobe Okoshi dagegen betrachtete den Buddhismus als großes Übel. Er verstieg sich sogar zu der Behauptung, dass die schlimme Seuche, die kurze Zeit vorher ausgebrochen war, die Schuld Soga no Inames sei: weil Soga zu dem fremden Glauben übergelaufen war zürnten nun die Götter und suchten das Land mit Krankheiten heim.

Mononobe Okoshi steckte den Tempel von Soga no Iname in Brand, samt seiner Statue und dem Sutra. Der Konflikt zwischen beiden Familien eskalierte und weitete sich eine Generation später zu einem Thronfolgekrieg aus, in dem Mononobe Moriya (der Sohn Okoshis) eine vernichtende Niederlage hinnehmen musste.

Der Sieger Soga no Umako (der Sohn Inames) wurde dabei von Shotoku Taishi (574-622) unterstützt, der die Einführung des Buddhismus ebenfalls förderte und dem die erste japanische Verfassung zugeschrieben wird. Soga no Umako baute im Jahr 596 den ersten buddhistischen Tempel Japans, den Asuka-Tempel. In der Folge wurde der Buddhismus zur Staatsreligion, insbesondere aber zur wichtigsten Religion der herrschenden Elite. Viele Kaiser ließen Tempel errichten, manche wurde nach ihrer Abdankung sogar zu Mönchen. Die buddhistischen Würdenträger waren daher von Anfang stark mit den politischen Machtzentren verwoben.

Im Jahr 607 wurde eine kaiserliche Gesandtschaft zur Sui-Dynastie nach China geschickt, um Kopien von Sutren zu beschaffen. Im gleichen Jahr gründete Shotoku Taishi selbst einen Tempel in Nara, den Horyuji-Tempel.

In der Nara-Zeit(710-794) erreichte der Staats-Buddhismus seinen Höhepunkt. Shomu Tenno(701-756) wurde Mönch und erbaute den Todaiji-Tempel in Nara und die Provinztempel, die so genannten Kokubunji-Tempel zum Schutz des Landes.

Mit der Zunahme des Einflusses des Buddhismus kam es zu einer stärker werden Verschmelzung mit shintoistischen Glaubenselementen. Immer mehr Menschen fingen an, die ursprünglichen Götter Japans für Inkarnationen Buddhas zu halten. In der Nara-Zeit entstanden als sechs verschiedene buddhistische Schulen: Sanron-, Hosso-, Kegon-, Ritsu-, Jioujitsu- und Kusha-Schule. 

 

2. Heian-Zeit (794-1185)

Der erste Kaiser in der Heian-Zeit, Kanmu Tenno, verlegte die Residenz von Nara nach Kyoto, denn im Laufe der war die Macht der buddhistischen Tempel immer stärker geworden. Eine Verlegung des Kaisersitzes sollte das Machtgefüge aufweichen. Knamu Tenno sandte zudem im Jahr 804 zwei Mönche, Kukai(774-835) und Saicho(767-822) zur Tang-Dynastie nach China aus, mit dem Auftrag den esoterischen Buddhismus zu studieren. Ziel war, auch inhaltlich ein Gegengwicht zu den buddhistischen Traditionen in Nara zu setzen. Nach ihrer Rückkehr gründete Kukai und Saicho eigene buddhistische Schulen: Kuka die Shingon-Schule und Saicho die Tendai-Schule. Am Berg Koya gründete Kukai im Jahr 816 den Kongobuji-Tempel. Saicho leitete den Enryakuji-Tempel am Berg Hiei im Nordosten Kyotos.

Während der Heian-Zeit wurden zahlreiche so genannte Schrein-Tempel(Jinju-ji)für buddhistische Rituale auf dem Gelände von Shinto-Schreinen errichtet. Das war ein eindeutiges Zeichen der Mischung des Shinto mit dem Buddhismus.

Am Ende der Heian-Zeit glaubte man das von Buddha vorhergesagten Zeitalter des Verfalls und das Endes des buddhistischen Gesetzes zu erreichen. Ein Leben in finsterer Zeit warte auf die Menschen, die von es von sich aus nie schaffen werden ein glückliches Leben zu führen. Dieser aufkeimende Gedanke bereitete den Boden für neue Schulen, die die Erlösergestalt des Amida-Buddha (Amitayus) in den Mittelpunkt ihrer Lehren stellten. Vom Amidha-Buddha glaubete man, dass er das Paradies verwaltete, welches irgendwo weit weg im Westen existierte. Man erwartete, dass man nach seinem Tod in dieses Paradies eintreten würde. Viele Adlige ließen sich in Szenen malen, in denen Buddha sie im Paradies willkommen heißt. Im Jahr 1052 baute Fujiwara Yorimichi den Byodoin-Tempel nach der Vorstellung des Palastes des Amida-Buddha.

 

3. Kamakura-Zeit (1185-1333) und Muromachi-Zeit(1333-1573)

In der Kamakura-Zeit sich zwei wichtige Entwicklung hervorzuheben: die Vereinfachung und Radikalisierung des Buddhismus und damit zunehmende Vebreitung unter der einfachen Bevölkerung und zweitens die Einführung des Zen-Buddhismus, der besonders in der Kriegerkaste Anklang fand.

Der Buddhismus wurde auch bei den unteren Bevölkerungsschichten immer populärer. Dazu trug insbesondere die Vereinfachung der Lehre bei. Um den manchmal philosophischen Glauben verständlicher zu machen, entwickelten sich immer mehr Sekten, deren Lehre in sehr einfachen Dogmen bestand. Drei einflussreiche neue Schulen entstanden:

(1) Die Jodo-Schule: Sie wurde vom Mönch Honen (1133-1212) gegründet und „Die Schule vom reinen Land“ genannt. Die Lehre dieser Schule ist: Man muss nur konstant Amida-Buddha anrufen und wird dadurch schließlich in das Paradies gelangen. Die Anrufungsformel lautet: „Namuamidabutsu“. Diese Schule hatte besonders bei den einfachen Menschen großen Erfolg.

(2) Die Jodo shin-Schule: Sie wurde von dem Mönch Shinran(1173-1262) gegründet, einem Schüler Honens. Im Gegensatz zu seinem Meister vertrat er die Aufassung, dass man Amida-Buddha nicht anrufen müsse, um schließlich erlöst zu werden, sondern nur, um ihm zu danken. Denn wir seien bereits erlöst.

(3) Die Nichiren-Schule: Sie wurde vom Mönch Nichiren(1222-1282), einem Schüler der Tendai-Schule, gegründet. Er fand das Wesen des Buddhismus im berühmten Lotos-Sutra zum Ausdruck gebracht. Er ersetzte die Anrufungsformel des Amida-Buddha durch die Gebetsformel „Namumyo horengekyo“ (Verehrung sei dem Lotos-Sutra). Nichiren muss ein faszinierender Straßenprediger gewesen sein, der sich nicht davor scheute, sich auch in politische Themen einzumischen. Er zog viele Menschen an verlangte von ihnen, sich ausschließlich an den von ihm vertretenen Glauben zu halten. Alle anderen Schulen seien abzulehnen. Aufgrund seiner radikalen Haltung wurde er zunächst auf Izu-Halbinsel und dann auf Sado Insel(jetzige Niigata Präfektur) ins Exil geschickt.

Die Anhänger Nichrens kamen in der Regel aus dem Kleinbürgertum und den unteren Schichten. Im 14. Jahrhundert fochten sie offene Kämpfe mit den Anhängern Shinrans aus, die meist Bauern oder Städter waren.

Eine neue Form des Nichiren-Schule vertritt heute die Soka Gakkai, eine umstrittene Organisation mit stark sektiererischem Charakter, die auch im Westen missionarisch tätig ist.

 

Die zweite entscheidende Strömung in der Kamakura Periode war die Einführung des Zen-Buddhismus. In der Lehre des Zen-Buddhismus kann man durch die Praxis von Sitz-Meditationen spirituelle Ruhe und schließlich Weisheit erlangen. Die zwei einflussreichsten Schulen waren die Rinzai-Schule und die Soto-Schule. Die Rinzai-Schule wurde im Jahr 1191 vom Mönch Eisai (1141-1215) und die Soto-Schule wurde im Jahr 1227 vom Mönch Dogen nach Japan eingeführt.

Der Unterschied zwischen den zwei Schulen: Die erste verlangt vom Schüler während der Meditations-Praxis Aussprüche und Handlungen verschiedener Meister nachzudenken und die zweite verlangt, sich nur der Meditations-Praxis zu widmen und an nichts zu denken. Der Zen-Buddhismus fand gerade unter den Samurai viele Anhänger. Seine pragmatische strenge Praxismethode passte zu ihrem ästhetischen Interesse. Der Zen-Buddhismus bot den Kriegern darüber hinaus spirituellen Halt.

In den Zen-Tempeln, die schlichter sind als die Tempel der anderen Schulen, hängen üblicher Weise Porträts berühmter Mönche an Stelle von Statuen. Karge Tuschmalereien, Kalligraphien, Sand- und Felsengärten sind wichtige Hilfsmittel zur Meditation. Die Strenge der Zen Lehre prägte die Kultur in der Kamakura-Zeit. Viele Architekturen waren schlicht errichtet und die Gärten stellten eine höchstreduzierte Landschaft dar.

In der Muromachi-Zeit stand die Rinzai-Schule unter der Protektion der Regierung und die fünf angesehensten Zen-Tempel in Kyoto („Kyoto Gozan“ genannt) wurden von der Regierung besonders gefördert. Von Anfang an gab es eine starke Rivalität zwischen den Schulen des Zen-Buddhismus und den Sekten des herkömmlichen Buddhismus. Aber die Rinzai-Schule gewann schließlich die Oberhand. Einige Mönche der Rinzai-Schule spielten auf Bitte des ersten Ashikaga Shoguns in der politischen Szene eine wichtige Rolle. Diese enge Verknüpfung zwischen dem Shogunat (Samurai) und den Mönchen beeinflusste die Kultur in der Muromachi-Zeit erheblich. Das fand seinen Ausdruck in der Tuschmalerei, der Architektur (besonders „Shoin-Tsukuri“), der Teezeremonie, im Ikebana und in der Gartenbaukunst.

Im Gegensatz zur Rinzai-Schule breitete sich die Soto-Schule verstärkt unter der normalen Bevölkerung und auf dem Land aus.

 

4. Die Edo-Zeit(1603-1858)

Der erste Shogun, Tokugawa Ieyasu bekämpfte das Christentum, das seine Vorgänger, Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi förderten. Die beiden Vorgänger wollten durch den Kontakt mit den Europäern hoch entwickelte Waffen importieren. Er verlangte von allen Japanern, egal zu welcher relogiösen Richtung sie sich bekannten, sich beim nächstgelegenen Tempel registrieren zu lassen. Die buddhistischen Tempel wurden durch diese Maßnahme zu einer Art Einwohnermeldeamt. Damit bürgerte sich die Zugehörigkeit jedes einzelnen zu einem buddhistischen Tempel ein.

 

5. Ab 1868

In der Meiji-Zeit(1868-1912) wurde der Shinto zur Staatsreligion erklärt und vom Buddhismus gewaltsam getrennt, um den Staat unter der Macht des Kaisers umzustrukturieren. Deswegen gerieten die buddhistischen Schulen kurzfristig in eine beispiellose Krise, von der sie sich jedoch längst wieder erholten. Heute existieren neben den meisten der traditionellen Richtungen (13 Schulen) zahlreichen neue Schulen und Sekten.

 

Die 13 buddhistischen Schulen in Japan

 

Schule

 

Sutra

Gründer

Hauptsitz

Besonderheit

Standort

Kegon

Kegon

Roben

Todaiji

Weltkulturerbe

Nara

Tendai

Hokke(Lotus)

Saicho

Enryakuji

Weltkulturerbe

Kyoto

Hosso

 

Dosyo

Koufukuji

Weltkulturerbe

Nara

Ritsu

 

Ganjin

Toshodaiji

Weltkulturerbe

Nara

Rinzai

 

Eisai

Kenninji

Kyoto Gozan

Kyoto

Soto

 

Dogen

Eiheiji

 

Fukui

Sojiji

 

Kanagawa

Obaku

 

Ingen

Manpukuji

 

Kyoto

Nichiren

Hokke(Lotus)

Nichiren

Kuonji

 

Minobe

san

Yuzunenbutsu

 

Ryonin

Dainenbutsuji

 

Osaka

Jisyu

 

Ippen

Syojyokoji

 

Fujisawa

Jyodo

Jyodosanbu

Honen

Chionin

 

Kyoto

Jyodo shinsyu

 

Jyodosanbu

Shinran

Nishi Honganji

Weltkulturerbe

Kyoto

Higashi Honganji

 

Kyoto

Shingon

 

Kukai

Kongonbuji

 

Wakayama

Kyouougokokuji

Weltkulturerbe

Kyoto

Zentsuji

Geburtsort von Kukai

Kagawa

 

Buddhistische Traditionen

1. Das Obon-Fest: Obon ist eines der wichtigsten Festes Japans. Es wurde ursprünglich am 15 Juli gefeiert, aber heutzutage meistens zwischen dem 13. und 16. August. Der Ursprung des Obon geht auf ein indisches Sutra zurück. In diesem Sutra wird die Geschichte von Mokuren, einem Schüler Buddhas erzählt. Er verfügte über übernatürliche Kräfte. Mokuren wollte seinen verstorbenen Eltern seine tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck bringen und so beobachtete er sie im Reich der Toten. Zu seinem Leidwesen musste er feststellen, dass eine Mutter große Qualen litt, weil sie nicht genügend zu Essen bekam. Mokuren besuchte sie sofort mit einer Schüssel Reis. Aber sobald seine Mutter zu essen anfing, ging der Reis in Flammen auf. Mokuren wusste nicht, was er unternehmen sollte. Deshalb ging er zu seinem Lehrer Buddha, um sich Rat zu bholen. Buddha schlug ihm vor, am 15 Juli, dem Tag, an dem sich viele Mönche zu einer großen Zusammenkunft versammeln, ein großes Fest für sie zu feiern. Mokuren tat, wie Buddha vorschlug, und tatsächlich: seine Mutter wurde aus dem Hungerleid erlöst. Mokuren tanzte vor Freude, glücklich wegen der Erlösung seiner Mutter.

Buddha erklärte, wenn Mokuren diese Feier in der Zukunft weiter beging, konnte er nicht nur für seine Eltern, sondern auch für seine sämtlichen Vorfahren eine Wohltat leisten. Seit diesem Ereignis wurde dieses Fest daher von den Schülern Buddhas weiter gegeben.

In der Gegenwart wird das Obon-Fest in Japan folgendermaßen gefeiert: Am 13. August säubert man den Hausalter gründlich und macht vor der Haustür ein Willkommensfeuer, um den Geistern der Vorfahren den richtigen Weg nach Hause zu zeigen. Früher ging man eigens zum Grab, um die Geister zu begleiten. Am 14. und 15. August bleiben die Geister der Vorfahren als Gast im Haus. Man legt vor dem Alter Räucherstäbchen, Blumen und Lichter, dazu Wasser, Süßigkeiten oder ein paar Lieblingsspeisen der Verstorbenen aus. Am 16. August macht man wieder ein Feuer, das die toten Seelen wieder sicher ins Jenseits geleiten soll. Es gibt auch einige lokale Tarditionen, wo man die Seelen nicht mit einem Feuer zurückschickt, sonder mit einem kleinen Papierschiff auf einem Fluss. (Shoro-Nagashi)

Um vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, das Obon-fest bei ihren Angehörigen zu verbringen, sind viele Betriebe für eine Woche geschlossen. Heute nutzen viele Japaner diese Zeit für eine Fernreise.

An vielen Orten werden in der Tempelanlage Jahrmärkte veranstaltet. In der Mitte der Jahrmärkte wird sehr häufig ein Podest errichtet, um das man am Abend tanzen kann. Dieser Tanz heißt „Bon-Odori“, der auf den Tanz des Mönchs Mokuren zurückgeht. Viele Leute tragen einen Yukata (ein einfacher japanischer Kimono) und alle tanzen begleitet von Gesängen und Musik um das Podest. Auf dem Podest wird eine Trommel aufgestellt und eine Person (manchmal sogar zwei) schlägt sie.

 

2. Das Higan-Fest: Higan ist ein buddhistische Ritual, das am Äquinoktium durchgeführt wird. Diese Tradition geht auf die Heian-Zeit (794-1185) zurück.

Nach der Lehre der Jodo-Schule, gibt es irgendwo im Westen ein reines Land, das Paradies. Zweimal pro Jahr, und zwar an den Frühlings- und Herbsttagundnachtgleichen betet man während des Sonnenuntergangs, um das reine Land irgendwann erreichen zu können. In der Gegenwart ist Higan eher eine gute Gelegenheit, für die Vorfahren zu beten. Viele Menschen besuchen die Friedhöfe oder legen besondere Süßigkeiten auf ihren Hausalter.

 

3. Joya no Kane: die Mitternachtsglocken zum Jahresende. Am Silvesterabend versammeln sich massenhaft Menschen in den Tempeln und kurz vor Mitternacht beginnt man, die Tempelglocke 108 Mal anzuschlagen. Diese Tradition heißt „Joya no Kane“. Warum läutet man die Glocken 108 Mal?

Nach buddhistischer Lehre gibt es 108 sinnliche Begierden, welche die Menschen verführen. Erleuchtung erlangt man, wenn man diese Begierden überwindet. Mit jedem Glockenschlag wird gewissermaßen jeweils eine Begierde vertrieben. Normalerweise läutet man 107 Mal die Glocken vor Mitternacht, und Punkt Neujahr das 108. Mal. Die Tempelbesucher dürfen daran teilnehmen, die Glocke zu schlagen, aber normalerweise ist eine vorherige Anmeldung nötig.

 

4. Daruma: Daruma ist ein Papiermachee-Figur, die die Gestalt des in Meditation vertieften Daruma Taishis darstellt. „Daruma Taishi“ wurde in Indien geboren und gründete angeblich den Zen-Buddhismus. Das Papiermachee-Figur ist so gestaltet, dass, wenn man sie umstößt, sie sich immer wieder von selbst aufrichtet. Japaner assoziieren Unbeugsamkeit und eisernen Willen mit dieser Eigenschaft. Wenn man etwas Schwieriges schaffen möchte, kauft man sich eine Daruma-Figur und man richtet seine Gebete an den Heiligen. Am Anfang sind die Augen der Figur ganz weiß. Man malt zunächst das rechte Auge der Figur schwarz an und wenn der Wunsch erfüllt ist, malt man auch das zweite Auge an.

Zum Beispiel platzieren viele Politiker während des Wahlkampfs „Daruma“ mit einem angemalten Auge in der Mitte des Büros, und wenn sie zum Abgeordneten gewählt werden, malen sie das rechte Auge schwarz an.

Das Daruma hat etwa ein Jahr Gültigkeit. Am Ende bringt man die Figur wieder in den Tempel zurück, wo sie verbrannt wir. 

 

© Yumetabikoubou

Daruma_2

Daruma: die Papiermachee-Figur

Wie kann mann die Buddha-Statuen lesen? Hier erfahren Sie mehr.

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