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Buddha-Statuen

Wie kann man die Buddhastatuen lesen?

In Japan gibt es unzählige (wie viele) Tempel. Den Begriff „Tempel“ wendet man auf Gebäudeanlagen an, die dem Buddhismus zugerechnet werden. Religiöse Stätten des Shintoismus nennt man „Schrein“. In einer Tempelanlage gibt es eine Haupthalle, die eine Buddhafigur enthält, welcher der Tempel geweiht ist. Die Buddhafiguren findet man manchmal in stehender, manchmal in sitzender Form. In den anderen Gebäuden der Anlage befinden sich häufig noch andere Heiligengestalten des Buddhismus.

Die Buddhastatuen sind einerseits Verkörperungen der Gestalt des Buddhas allgemein, also einem Menschen, der Erleuchtung erlangt hat. Andrerseits sind sie konkrete Gestalt des Gautama Siddharta (Shakjamuni), also einer Person, die real existiert hat. Zusätzlich gibt es eine ganze Reihe weiterer Verkörperungen Buddhas, die sich entweder auf reale Personen oder legendäre Götter und Gestalten beziehen.

(1) Buddha: Siddharta Gautama

Shakjamuni (Siddhartha Gautama) war im Mai 563 vor Christi als Prinz einer Adelsfamilie in Nordindien geboren worden. Sein Vater, Suddhodaras, war Oberhaupt der Familie, und seine Mutter hieß Maya. Nach einer Legende stand Shakjamuni direkt nach seiner Geburt plötzlich auf, machte 7 Schritte und sagte: „Ich wurde geboren, um Buddha zu werden.“ 7 Tage später, nachdem Shakjamuni geboren war, starb seine Mutter, und er wurde von der Schwester seiner Mutter groß gezogen. Als er 17 Jahre alt war, heiratete er drei Frauen und er führte drei verschiedenen Haushalte in drei Palästen. Er bekam einen Sohn namens Rahula von Yosodhara, eine seiner Ehefrauen.

Stundenlang war er tagtäglich in Meditationen versunken, weil er unaufhörlich unter der Last litt, die aus dem Älterwerden, Krankheiten und dem Tod bestand. Um sich von dieser Last zu befreien, wurde er im Alter von 29 Jahren Mönch. Durch körperliche Misshandlung und Askese übte er sich weiter, bis er sich dem Tod gegenüber sah. Doch nach sechs Jahren harter Übungen reifte ich ihm die Erkenntnis, dass er durch Askese nicht erreichen konnte, was er suchte, die Loslösung vom menschlichen Leid. So begann er, am Ufer des Neranjara-Flusses unter einer Pappel zu meditieren. Da überkam ihn blitzartig eine Erleuchtung und er fiel unter dem Baum liegend in eine ekstatische Ohnmacht. Zu diesem Zeitpunkt wurde er zu Buddha. Das war in seinem 35. Lebensjahr.

„Die weltlichen Sorgen, besonders Habgier, Dummheit und Selbstgerechtigkeit lassen uns leiden. Um uns von der Last zu befreien, müssen wir uns zuerst von den weltlichen Sorgen befreien.“ Nach seiner Erleuchtung bildete sich Shakajamuni weiter, um nicht nur sich selbst, sondern auch seine Brüder, ja sämtliche Menschen, von der Last des Leids zu erlösen. Er wanderte überall umher, um zu predigen. Viele Schüler schlossen sich ihm an. Die Hälfte seiner Schüler verzichtete auf ihr privates Vermögen, ihre Stellung und Posten. Sie trennten sich von ihren Familien, um Buddhas Weg zu folgen. Die andere Hälfte erhielt ihr herkömmliches Leben aufrecht und praktizierte die Lehre Shakjamunis in ihrem Leben.

Seine Schüler gaben Shakjamuni den Ehrennamen „Nyorai“ (Tathagata). „Nyorai“ bedeutet: die Gestalt, die aus der universalen Wahrheit geboren wurde. Also bezeichnen Shakjamuni, Buddha und Nyorai die gleiche Person.

Er verstarb der Legende nach in Kusinara an der Ruhr, im Alter von 80 Jahren, nachdem er ein verdorbenes Gericht verzehrt hatte.

 

Seine Predigten richtete er stets an den Bedürfnissen seiner Zuhörer aus. Er zwang niemanden zu seiner Denkweise. Er benutzte geschickt Hilfsmittel und wandte Beispiele an, um die Menschen zu überzeugen.Er hinterließ keine Niederschrift seiner Lehre. Die Sutren (Reden Buddhas und Interpretationen dazu) wurden nachträglich von seinen Schülern angefertigt.

 

(2) Die verschiedenen Buddhaarten

Neben „Nyorai“ (Tathagata): existieren weitere Buddha-Wesenheiten.

„Bosatsu“(Bodhisattva): Bodhisattva sind Schüler, die nach der Erleuchtung streben. Sie helfen auch aktiv bei der Erlösung anderer Menschen. Die Bodhisattva waren bei den einfachen Menschen sehr, weil man ihnen die Erlösung vom Leid zuschrieb.

„Arakan“ (Anhat): Bei den Anhat handelt es sich Heilige, die ausgewähltee Schüler von Shakjamuni waren. Die Anhat sind bereits erleuchtet, aber im Gegensatz zu Shakjamuni waren sie noch nicht bereit, auch andere zu erlösen.

„Myoo“ (Vidyaraja): Dies ist ein anderer Rufname des Buddhas der esoterischen Schule des Buddhismus. Man denkt, dass Vidyaraja eine Inkarnation des Buddhas darstellt. Vidyaraja half aktiv bei der Bekehrung auch unreligiöser Menschen zum Buddhismus, wenn es sein muss, auch mit Gewalt.

„Tenbu“ (Deva): Deva war schon in Mythen bekannt, bevor der Buddhismus gegründet worden war. In Legenden wurde Deva mit dem Himmel oder der Gottheit, die übermenschliche Macht besaß, gleichgesetzt. Diese Gottheit des Brahmanismus wurde in den Buddhismus als zentraler Schutzgott des Buddhismus mit aufgenommen.

 

(3) Die Entstehung der buddhistischen Statuen

In der Lehre des Buddhismus waren skulpturelle und bildliche Darstellungen des Buddha zunächst verboten. Shakjamuni war zu heilig, als dass seine Gestalt in menschlicher Form gezeigt werden durfte. Deswegen wurde die Errichtung von Buddhastatuen etwa 600 Jahre lang abgelehnt.

Reliefs und Abbildungen waren die wesentlichen Mittel, die das Leben des Buddhas zeigten. Allerdings durch durfte auch auf diesen Abbildungen Buddha nicht in menschlicher Form gezeigt werden.

Seine Geburt wurde durch den Lotos symbolisiert, seine Erleuchtung wurde durch den Pappelbaum dargestellt, unter dem Buddha die Erleuchtung fand.

Goldene Ringe bezeichneten seine erste Predigt und sein Tod wurde symbolisch durch Gebeine zum Ausdruck gebracht oder durch die Darstellung des Turms, unter dem die Gebeine des Buddhas bestattet worden waren.

Außerdem wurden auch seine Fußabdrücke und seine Sitzplätze als Gestalten des Glaubens benutzt.

 

Die ersten Statuen

Die erste Statue des Buddhas wurde im 1. Jahrhundert in West-Indien, Gandhara (in jetzigem Pakistan) aufgestellt. Kurz danach wurde die zweite Statue in Mitte-Indien, Mathura errichtet. Zwischen diesen zwei Statuen gab es keinerlei Ähnlichkeit und auch keinen anderen Zusammenhang. Sie scheinen unabhängig voneinander entwickelt worden zu sein.

Die Statue in Gandhara: Das Gesicht des Buddhas ist sehr europäisch mit einer langen Nase. Sein Haar wellt sich. Sein Mantel ist dick und breit.

Gandhara liegt auf der West-Seite Indiens und hatte damals schon eine starke Verbindung mit Griechenland. Die Statuen wurden möglicherweise unter griechischem Einfluss errichtet.

Die Statue in Matuhra: Das Gesicht des Buddhas ist ganz asiatisch. Sein Haar ist spiralförmig und sein Mantel ist dünn wie ein seidiges Tuch. Man nimmt an, diese Statue wurde die Grundlage der späteren Buddhastatuen Japans.

 

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© Yumetabikoubou

Die Nyorai-Statuen

Die Bosatsu-Statuen

Die Myoo-Statuen

Die Tenbu-Statuen

 

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