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Azuchi

Die Azuchi-Momoyama Zeit (1573 - 1603)

Drei Personen wird der Einigungsprozess in der japanischen Geschichte zugeschrieben. Oda Nobunaga, Hideyoshi, Tokugawa Ieyasu. Diese Zeit wird benannt nach den jeweiligen Residenzsitzen von Nobunaga (Azuchi) und Hideyoshi (Momoyama).

Oda Nobunaga

Nobunaga war der Sohn eines Militätgouverneurs in Owari, einem Gebiet nicht weit von Nagoya. Es hatte im Grunde eine strategisch wichtige Lage, war aber den kriegerischen Auseinandersetzungen nicht so stark ausgesetzt.

Nachdem Nobunaga gegen Rivalitäten seine Macht gesichert hatte, kristallisierte sich schell sein militärisches Talent heraus.

Er verstand es insbesondere, die neuen Schusswaffen effektiv einzusetzen und erzielte mit damit große militärische Erfolge. Dabei kannte er kein Tabu mehr. Selbst heilige Stätten schonte er nicht vor der Zerstörung. Gegen buddhistische Sekten ging er mit besonderer Grausamkeit vor. 1568 marschierte Nobunaga in Kyoto ein auf Bitten des Kaisers und des Shoguns Ashikaga Yoshiaki, der 15. Und schließlich letzte Shogun der Ashikaga-Dynastie. Von diesem Zeitpunkt an waren der Kaiser und der offizielle Shogun nur noch Marionetten in den Händen Nobunagas. In den Jahren darauf eroberte Nobunaga etwa ein Drittel des Landes (Zentralebenen Japans) und brachte es unter seine Kontrolle. 1582 jedoch geriet er im Honno-ji in Kyoto Tempel in einen Hinterhalt, durchgeführt durch einen seiner Vasallenfürsten. Als der Kampf verloren war, beging Nobunaga seppuku. Der Angriff traf ihn überraschend. Zum Zeitpunkt der Attacke hatte Nobunaga gerade eine Gruppe von Höflingen zu einer Teezeremonier eingeladen. (Nobunaga pflegte sehr gern die Kunst der Teezeremonie.)

Obwohl Nobunaga sehr oft den Ruf einer brutalen Bestie hat, gibt es einige Aspekte in seinem Wirken, die positive Konsequenzen für den Einigungsprozess Japans hatten.

  • Er zerstörte die buddhistischen Militär-Zentren in Enryaku-ji und Osaka, was zu einem Ende der religiös geprägten Monarchien, die typisch für das japanische Mittelalter waren, führte.
  • Die systematische und dauerhafte Zerstörung von Verteidigungsanlagen lokaler Fürsten zur Kontrolle des Landes war ein Vorgeschmack auf die kontrollierende Politik späterer Hegemonen.
  • Landvermessungen wurde rigide durchgeführt.
  • Lokale Fürsten mussten ihre Gebiete aufgeben und sie erhielten andere Lehen zugewiesen.
  • Der Handel wurde liberalisiert (Zollstationen wurden aufgehoben) und Gilden wurden gegründet.
  • Die Hauptquartiere der Kommandeure wurden zu Burgen umgebaut und der konstante Kriegszustand erforderte viele Menschen unter Waffen, was zu einer größeren Trennung der Kriegerklasse und Land bearbeitenden Klasse führte.

 

Toyotomi Hideyoshi

Hideyoshi war der Sohn eine Fußsoldaten im Regiment Nobunagas. Er stellte sich als hervorragender Stratege heraus und fand daher schon in frühen Jahren die Aufmerksamkeit Nobunagas. In seinen Diensten wurde er zum Daimyo. Nach Nobunagas Tode führte Hideyoshi sofort einen erfolgreichen Rachefeldzug gegen Akechi Mitsuhide durch, dessen Verrat Nobunaga zu Fall gebracht hatte.

Es war von Anfang an jedoch nicht ganz klar, wer in Nobunagas Fußstapfen treten sollte. Zwei mächtige Kronprinzen standen sich gegenüber: Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu, der spätere Shogun. Es kam zur Schlacht zwischen beiden Rivalen, die jedoch unentschieden ausging. Schließlich akzeptiert Ieyasu Hideyoshi als seinen Fürsten.

Hideyoshi zeichnet sich durch sein politisches Geschick aus; er verstand es, sich seine Feinde zu Verbündeten zu machen. Hideyoshi betrieb die Pazifizierung der buddhistischen Schulen weiter und führte erfolgreich Eroberungen durch. Bis 1590 gelang es ihm, ganz Japan unter seiner Kontrolle zu bringen und zu einigen.

Nachdem Japan mehr oder weniger befriedet war, wendete sich Hideyoshi neuen Eroberungsplänen zu: sein Plan war, Gebiete in Korea und China zu erobern. In dieser Zeit wurde Hideyoshis Verhalten immer unberechenbarer und irrationaler. So befahl er unter anderem seinem Freund dem Teemeister Sen no Rikyu, seppuku zu begehen. Er war auch für die Ermordung eines Sohnes verantwortlich, den er erst sehr spät bekommen hatte.

Zwei Feldzüge wurde nach Korea unternommen, doch scheiterten sie letztlich.

Hideyoshis Erbe:

  • Er ordnete das daimyo-system. Daimyos hatten in ihren Gebieten, für die sie verantwortlich waren, relative Freiheiten, mussten jedoch ihr absolute Gefüpgschaft gegenüber Hideyoshi bekunden.
  • Außerdem ordnete er das Samurai-System: Während früher Krieger zum Teil auch Bauern sein konnten, kam es jetzt zu einer strikten Trennung. (Hei-no Bunri) Soldaten bzw. Samurai mussten jetzt in speziellen Barracken wohnen, nur ihnen war es erlaubt Waffen zu tragen. Die Landbevölkerung wurde systematisch entwaffnet. 1588 gab es von Hideyoshi dazu ein entsprechendes Edikt.
  • Landvermessungsteams wurden losgeschickt, um genaue Karten der Ländereien anzufertigen und festzustellen, wie hoch die Produktivität der einzelnen Gebiete war und wer ihr Besitzer.
  • Das Steuersystem wurde umgestellt von der Steuerschätzung in Münzen hin zu Produktivitätszahlen ausgedrückt in Reis-Koku (Maßeinheit für Reismengen, etwa fünf Büschel). Alles wurde von nun an in koku und nicht mehr in Geldmünzen bilanziert. Tokugawa Ieyasu hat dieses System später weiter standardisiert.Dieses System mag zunächst wie ein Rückschritt aussehen, in Wirklichkeit diente es jedoch dazu, die tatsächliche Produktivität der verschiedenen Regionen zu erfassen. Es wurde die Basis für die Zuteilung von Lehen, für die Besteuerung. Man hatte damit ein objektives Messkriterium in einem agrarisch dominierten Staat gefunden.

Hideyoshi hatte nie das Amt des Shogun übernommen. Der letzte Ashikaga Shogun starb ein Jahr vor Hideyoshi. Um seine Macht zu legitimieren, suchte er daher stets die Nähe zum Kaisertum.

1598 starb Hideyoshi und er ließ seine fünf Berater, darunter Ieyasu, versprechen, sich um seinen Sohn Hideyori als seinen Nachfolger zu kümmern. Doch bald brach Streit um die Kontrolle der Macht im Staat aus, was zur berühmten Schlacht von Sekigahara führte, die Tokugawa Ieyasu für sich entscheiden konnte. Von da an begann die große Edo-Periode.

 

© Yumetabikoubou

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