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Arashiyama

Ein Abstecher Arashiyama & Sagano Bezirk

Kyoto war früher einmal die Hauptstadt Japans. In der Heian-Zeit (794-1185) war Kyoto der Hauptschauplatz sowohl der Politik als auch der Kultur. Zahlreiche Adlige widmeten ihr Vermögen dem Aufbau eines Tempels. Weibliche Adlige entwickelten eine eigene mit Hilfe der japanischen Kana-Schrift. Auch nachdem der politische Mittelpunkt nach Kamakura und Edo verlegt wurde, blieb Kyoto bis 1868 weiter Kaiserstadt und damit kultureller Mittelpunkt des Landes.

Arashiyama und Sagano sind ideale Orte, an denen man einen Eindruck vom Leben in der Heian-Zeit bekommen kann. Es gibt immer noch unberührte Natur, die damals Dichter und Dichterinnen tief berührte, Bambuswilder, wo man alle jegliche Alltagshektik schnell vergessen kann. Der Fluss, wo früher Adlige mit den Booten fuhren, läuft unverändert am Fuß der Berge entlang, wo man im Frühling die Kirschblüten und im Herbst die roten Ahornblätter bewundern kann.  Ein Tagesausflug nach Arashiyama und Sagano lohnt sich in jedem Fall.

1.Tenryu-ji Tempel (Rinzai-Schule)

Der Gründer des Tenryu-ji Tempels war der erste Ashikaga-Shogun, Takauji (1305-1358). Takauji fing den Aufbau des Tempels zum Gedenken des Kaiser Godaigos (1288-1339) an, der im Jahr 1339 gestorben war, auf den Vorschlag von Muso Soseki (1275-1351) hin, einem Mönch der Rinzai-Schule.

Auf der Tempelanlage des jetzigen Tenryu-ji Tempels gab es seit der Heian-Zeit einen anderen Tempel, den Danrin-ji Tempel, der der älteste Zen-Tempel Japans war. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde dieser Ort als Wohnsitz des Kaisers (Gosaga, Kameyama) umfunktioniert. Takauji steuerte seine eigenen Grundstücke bei, um die Baukosten tragen zu helfen und nahm zusammen mit Muso Soseki höchst persönlich an den Bauarbeiten teil. Da es aber an Geldmitteln mangelte, plante man unter der Leitung von Ashikaga Naoyoshi, der jüngere Bruder Takaujis, und aufgrund des Rats von Muso Soseki, den Handelsverkehr mit der Qingdynastie in China zu eröffnen. Naoyoshi überließ den Händlern in Hakata (Kyushu) den Handel selbst, unter der Bedingung, dass sie als Gegenleistung eine fixierte jährliche Steuer bezahlten. Die Schiffe, die zu den Händlern gehörten, hießen „Tenryu-ji bune (Schiff)“.

Sechs Jahre später, nachdem der Aufbau begann, 1345, wurden alle Gebäude fertig gestellt und Muso Soseki wurde zum ersten Hauptpriester ernannt, damit wurde der Tenryu-ji Tempel endlich eröffnet.

Während des Baus, 1342 wurde der Tenryu-ji Tempel schon als der zweite höchste Zen-Tempel positioniert. Im Jahr 1386 wurde er zu dem höchsten Zen- Tempel Kyotos erhoben. 1401 wurde der ehrenwerte erste Platz vom Sokoku-ji Tempel besetzt, aber seit 1410 nimmt der Tenryu-ji Tempel wieder den ersten Platz ein. An seinem Höhepunkt hatte der Tenryu-ji über 150 Zweigtempel auf seiner Anlage.

Der Tenryu-ji Tempel wurde zum wiederholten Mal durch Brände zerstört. Jedes Mal wurde sein Wiederaufbau von einflussreichen prominenten Persönlichkeiten unterstützt. 1876 wurde die Tenryu-ji Schule als eine eigenständige Zweigschule der Rinzai-Schule akzeptiert und der Tenryu-ji Tempel wurde als der Hauptsitz anerkannt. Seitdem wurden Gebäude auf der Anlage nach und nach wiederaufgebaut. Die ganze Tempelanlage wurde 1994 von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.

 

Garten:

Der Garten mit dem Sogenchi Teich wurde von Muso Soseki eigenhändig angelegt. Dieser Wandelgarten bringt seine Schönheit zur besten Geltung, indem er seine Hinterlandschaft, Arashiyama-Berg und Ogura-Berg, als seinen eigenen Hintergrund benutzt. Im Vorgarten des Teichs, auf seinen Kieselsteinen wurden Strände und Insel gestaltet. Dieser Garten, der vom Meister der damaligen Gartenkunst gebaut wurde, wurde als der erste Garten wegen seiner landschaftlichen Schönheit staatlich anerkannt. Man kann hier das ganze Jahr hindurch eine schöne Aussicht genießen, mal mit Kirschblüten, mal mit den roten Ahornbäumen.

Hojo:

Der geräumige Bau, der nach dem Sogenchi Garten kommt, ist der Komplex des großen und kleinen Hojo. Beide wurdens jeweils erst nach der Meiji-Zeit wiederaufgebaut. (1899/1924) Im großen Hojo befindet sich eine Statue von Shakjamuni (Gautama siddhaartha). Der Gesichtszug und die Gestalt dieser geweihten Statue lassen vermuten, dass sie schon am Ende der Heian-Zeit, lang vor der Gründung des Tempels, hergestellt wurde. Diese hölzerne Statue wurde zum Kulturerbe Japans ernannt.

Tahoden-Halle:

Hinter dem Wandelgarten befindet sich die Tahoden-Halle, die durch einen langen Flur mit der kleinen Hojo verbunden ist. Diese Halle wurde 1934 im Stil der Kamakura-Zeit wiederaufgebaut. Drin ruht der Kaiser Godaigo.

Eigentümlicherweise befinden sich ein paar Grabhügel verschiedener Kaiser in der Tempelanlage.

 

2. Jojakko-ji Tempel (Nichiren-Schule)

Der Jojakko-ji Tempel liegt an einem Hang des Ogurayama-Bergs, der ein berühmter Platz für die herbstlichen Ahornbäume ist. Von seiner Anlage aus ist ein schöner Überblick über den Sagano Bezirk zu genießen.

Nach der Überlieferung befand sich in der Heian-Zeit hier eine Bergvilla „Shiguretei“ von Fujiwara no Teika (1162-1241): Fujiwara no Teika war ein sehr bekannter und überragender Dichter seiner Zeit. Er stellte in dieser Bergvilla 100 bekannte Gedichte zusammen, die Hyakunin-Isshu.

Im Jahr 1596 wurde das Grundstück von Suminokura Ryoi (1554-1614), einem reichen Händler und Bauingenieur dem Priester des Hongoku-ji Tempels gestiftet. Der Priester, gleichzeitig ein Dichter, Nisshin Shonin baute hier eine Klause und lebte dort zurückgezogen. Nach und nach unterstützten die hiesigen Fürsten den Bau der Tempelgebäude und so wurde die Tempelanlage errichtet. Der Name Jojakko-ji kommt von „Jo jakkodo“, das friedliche Land wo der Buddha wohnt.

Das strohbedachte Eingangstor wurde zwischen 1345 und 1350 als das Südeingangtor des Hongoku-ji Tempels, wo Nissin Shonin als Priester diente, gebaut. Seit 1616 fungiert das Tor als das Eingangstor dieses Tempels. 

Die Haupthalle war die frühere Gastempfangshalle des Momoyama Schlosses. 1604 wurde diese Halle hierher versetzt.

Der Schatzturm ist der Nationalschatz. Der 12 Meter hohe Turm wurde 1620 im japanischen Zen-stil gebaut und von der Händler-Gilde geschenkt.

 

3. Rakushi-sha

Eine schlichte Einsiedelei befindet sich inmitten der Felder, in einer idyllischen Landschaft. In dem kleinen Haus wohnte Mukai Kyorai (1651-1704), ein Haiku-Dichter im Herbst des Lebens. Er war einer der 10 überragenden Schüler des bekannten Haiku-Dichters Matsuo Basho (1644.1694).

Sein Lehrer Basho besuchte ihn 1691 hier und wohnte in dieser Einsiedelei 17 Tage als Gast. Basho beschrieb seinen Aufenthalt in einem Buch, Saga Nikki.

Diese Einsiedelei zu besuchen ist interessant, weil man erfährt, welche Lebensart oder welchen Lebensstandard die damaligen Haiku-Dichter hatten.

„Rakushi-sha“ bedeutet wörtlich „ein Einsiedelei des fallenden Kaki“. Der Name rührt von folgender Geschichte her: Damals gab es 40 Kakibäume im Garten. Eines Tages tobte ein gewaltiger Sturm und schüttelte alle Kakifrüchte von den Bäumen. Hinter der Einsiedelei findet man das kleine Grab Kyorais und ein paar Steinplatten, auf denen Haiku-Gedichte stehen.

 

4. Adashino Nenbutsu-ji Tempel (Jodo-Schule)

Adashino, der Ortname bedeutet „vergängliches Feld“. Seit Urzeiten wurden Tote in diesem abgelegenen Ort, Adashino begraben. Vor der Heian-Zeit ließ man die Leichen einfach da zurück.

Nach der Überlieferung wurde ein Tempel etwa 1100 Jahre vorher hier in Adashino von Kukai (774-835) aufgebaut. Kukai war ein der bedeutendste Mönch in Japan und gründete die Shingon-Schule. Anlässlich der Eröffnung des Tempels sammelte Kukai unzählige Leichname und beerdigte sie, um die Seelen der vergessenen Toten zu trösten.

Seit der Heian-Zeit fing man an, die Leichen unter der Erde zu begraben und für die Toten eine kleine einfache Steinstatue darzubringen. Nach der Entstehung dieses Brauchs nahm die Anzahl der Steinstatuen immer fort planlos zu. Ende des 19. Jahrhunderts sammelte der Adashino Nenbutsu-ji Tempel mit der Hilfe der hiesigen Bewohnern solche vergessene Steinstatue und ordnete sie auf der Tempelanlage an. Etwa 8000 Steinstatuen wurden so hingestellt, als ob sie sich um Shakjamuni sammelten, um seiner Lehre zuzuhören.

Am 23. und 24. August werden abends über 1000 Kerzen angezündet.

Die jetzigen Tempelgebäude wurden 1712 von dem damaligen Priester, Jakudo restauriert. Die geweihte Amida-Statue (Amitaabha) wurde von Tankei (1173-1256), einem bekannten Statuenschnitzer errichtet.

 

5. Seiryo-ji Tempel (Jodo-Schule)

Zu Anfang der Heian-Zeit gehörte dieses Gebiet zu einem Prinz des Kaisers Saga, Minamoto no Toru (822-895). Er baute hier sein Landhaus und hatte vor, hier einen Tempel aufzubauen. Ein Jahr nach seinem Tod erfüllte sein Sohn seinen unverwirklicht gebliebenen Wunsch. Der Sohn Minamoto no Toru´s ließ drei Amida-Statuen (Amitaabha) bauen und eröffnete einen Tempel, der Seika-ji Tempel hieß, für seinen Vater.

Minamoto no Toru wird als die Person betrachtet, die als Modell eines bekannten Romans aus der Heian-Zeit dient, dem „Genji-Monogatari“.

Etwa ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 985 wurde ein Mönch, Chonen (938-1016), der lange im Todai-ji Tempel studierte, zur Pilgerreise nach China (Song Dynastie) eingeladen. Chonen beauftragte einen Statuenschnitzer des hiesigen Ortes mit der Errichtung einer besonderen Shaka Nyorai-Statue (Gautama Siddhaartha). Diese Statue musste der Statue nachgemacht werden, die als die erste Statue in Indien vom König Udayana hergestellt wurde. Nach der Überlieferung ließ der König Udayama eine Statue von Shakjamuni errichten, während Shakjamuni noch lebte. Die Statue, die auf Auftrag von Chonen errichtet wurde, stellte den 37-jährigen Shakjamuni dar. 

987 nachdem Chonen wieder in Japan zurückkam, wollte er in Kyoto einen Tempel für diese Statue aufbauen. 1016 starb aber Chonen ohne seine Wunsch zu verwirklichen. Ein Schüler von Chonen, Josan baute einen Tempel auf der Tempelanlage des Seika-ji Tempels auf, um ihn der Statue, die sein Lehrer aus China mitgenommen hatte, zu weihen.

Eine auffällige Besonderheit dieser Statue fand man erst 1953. Als diese Statue errichtet wurde, taten 5 chinesische Nonnen aus Seide gemachte imaginäre Innereien in die Statue hinein. Alle Organe wurden an den richtigen Orten angeordnet. Aus dieser Entdeckung kann man schließen, dass man in China überraschenderweise vor über 1000 Jahren schon ein Wissen über den Körperaufbau hatte. Jetzt kann man diese Statue mit den so genannten Innereien in der Schatzkammer besichtigen.

 

6. Togetsukyo-Brücke

Die 154 Meter lange Brücke, die sich über den Fluss Oi-gawa spannt, ist das unbestrittene Symbol des Arashiyama-Bezirks. Um die Schönheit des Anblicks willen wird das Geländer mit Holz fertig gestellt.

In der Heian-Zeit fuhren die Adligen hier kleine Boote, heute ist der Fluß im Sommer ein Schauplatz für Ukai (Kormoran-Fischen).

„Togetsukyo“ heißt „Die Brücke zum Mond“. In der Kamakura-Zeit äußerte der Kaiser Kameyama, dass man die Bahn des Mondes mit der Form dieser Brücke assoziieren konnte. Seitdem wird die Brücke „Togetsukyo“ genannt.

Rund um die Brücke, den Fluss entlang sind unzählige Kirschbäume und Ahornbäume gepflanzt, also ist die Aussicht im Frühling und Herbst besonders traumhaft.  

 

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© Yumetabikoubou

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Bambuswaldweg

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Tenryu-ji

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Tenryu-ji Garten

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Eingang zum Jojakko-ji

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Rakushi-sha

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Adashino-Tempel

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Seiryo-ji

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Die Togetsukyo-Brücke

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